Versicherungen für Berufsstarter

Was beim Schritt in die Erwachsenenwelt zu beachten ist

Mit dem Abschluss von Schule oder Studium beginnt für junge Menschen ein gänzlich neuer Lebensabschnitt. Ein Abschnitt mit zahlreichen neuen Abenteuern, aber auch Hindernissen und Verpflichtungen. Gerade das Thema Versicherungen bereitet Berufsanfängern dabei häufig Kopfzerbrechen, denn Versicherungen sind in der Schule kein Thema. Und schon gar nicht, welche Versicherungen in der persönlichen Situation wirklich sinnvoll sind.

In diesem Ratgeber möchten wir ein wenig Licht in den Versicherungs-Dschungel bringen und die wichtigsten Fragen von Berufsanfängern beantworten. Also, welche Versicherungen brauche ich als Berufseinsteiger wirklich? Welche Versicherungen eignen sich als situative Ergänzung? Und worauf muss ich bei der Auswahl meiner Versicherungen allgemein achten? Wir haben die Antworten!

24.11.2021

Darauf sollten Berufseinsteiger immer achten

Wie in kaum einem anderen Land gilt bei uns der Grundsatz „sicher ist sicher“. Kein Wunder, dass die Versicherungsbranche boomt. Tatsächlich sind viele Bundesbürger hoffnungslos überversichert und zahlen so viel Geld für einen Versicherungsschutz, den sie gar nicht brauchen.

Gleichzeitig klaffen in essenziellen Bereichen oftmals eklatante Versicherungslücken, die im Ernstfall teuer werden können. Aus diesem Grund ist es speziell für Berufsanfänger sinnvoll, den Versicherungsschutz optimal auf die eigenen Bedingungen abzustimmen. Die wichtigste Regel lautet dabei:

„Sichern Sie sich zunächst gegen alle Gefahren ab,
die Ihre Existenz ernsthaft bedrohen können!“

Gerade Berufseinsteiger verfügen meist noch nicht über die finanziellen Mittel, um das Rundum-sorglos-Paket zu buchen. Dementsprechend müssen die freien Mittel clever investiert werden. Viele Versicherungen wie etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind gerade dann besonders günstig, wenn Sie diese in jungen Jahren abschließen. Gleichzeitig bieten sie vom ersten Tag an effizienten Schutz.

Das sind die wichtigsten Versicherungen für Berufseinsteiger

Bei der Vielzahl an Versicherungen ist es schwer, den Überblick zu behalten. So mancher Berufseinsteiger gerät so schnell in die Fänge windiger Versicherungsvertreter. Im schlimmsten Fall droht neben einer Überversicherung ein großes Loch im eigenen Geldbeutel. Diesen teuren Fehltritt vermeiden Sie, indem Sie sich auf die existenziellsten Versicherungen konzentrieren:

Priorität 1: Krankenversicherung

An allererster Stelle steht die Krankenversicherung. Immerhin handelt es sich dabei hierzulande um eine Pflichtversicherung. Das bedeutet, dass jeder in Deutschland lebende Mensch eine Krankenversicherung haben muss. Berufseinsteiger sind bis zum Ende ihrer Schulausbildung bzw. ihres Studiums häufig noch über ihre Eltern krankenversichert.

Mit dem Berufsstart ändert sich das, da unter anderem die einkommensspezifische Freigrenze überschritten ist. Die wichtigste Frage lautet in diesem Kontext: Soll ich mich privat oder gesetzlich versichern? In den meisten Fällen lautet die Antwort: gesetzlich. Das liegt schlicht daran, dass sich vor allem Angestellte aber auch einige Freiberufler gesetzlich versichern müssen.

Die Möglichkeit zur privaten Krankenversicherung haben die meisten Selbstständigen, Beamte, Beamtenanwärter sowie Angestellte, deren Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Wer die Möglichkeit zum Einstieg in die private Krankenversicherung hat, sollte vor dem Vertragsabschluss jedoch einige Dinge beachten:

  • Möchte ich mehr und bessere Inklusivleistungen haben oder reicht mir die Standardbehandlung?
  • Habe ich keine oder maximal zwei Kinder? Kinder müssen anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung selbst versichert werden.
  • Gehe ich eher selten oder häufig zum Arzt?
  • Bin ich dazu bereit bzw. kann ich es mir leisten, für Arztrechnungen im Zweifelsfall in Vorleistung zu gehen?
  • Sind mir kurze Wartezeiten für Behandlungen und Termine bei Fachärzten besonders wichtig. Habe ich genügend finanzielle Mittel, um selbst Rücklagen, zum Beispiel für steigende Beiträge, zu bilden?

 

Priorität 2: Privathaftpflichtversicherung

Rund 85 Prozent aller Haushalte verfügen über eine Privathaftpflichtversicherung. Diese Versicherung springt immer dann ein, wenn Sie einem Dritten einen Schaden zufügen. Jedenfalls sofern es sich nicht um Absicht oder grobe Fahrlässigkeit handelt. Das gilt sowohl für Sachschäden und Personenschäden als auch für finanzielle Schäden.

Das Spektrum reicht vom versehentlichen Ruinieren eines teuren Mantels durch einen Rotweinfleck bis hin zu einem Unfallschaden mit bleibenden Personenschäden. Die Schadenssummen können sich in letzteren Fällen leicht im sechsstelligen Bereich bewegen. Versicherungsexperten sprechen hier nicht umsonst von existenzbedrohenden Schadenersatzansprüchen.

Und wer möchte schon sein Leben lang finanziell für einen Moment der Unachtsamkeit bluten müssen? Umso erstaunlicher ist es, dass 15 Prozent aller deutschen Haushalte auf eine Privathaftpflichtversicherung verzichten.

Gerade viele Berufseinsteiger haben diese immens wichtige Versicherung nicht auf dem Schirm. Dabei gehört sie zu den günstigsten Versicherungen überhaupt. Für einen monatlichen Versicherungsbeitrag von häufig nicht mehr als fünf Euro sind Sie gegen Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe abgesichert. Daher gehört die sogenannte PHV zu den wichtigsten Versicherungen für Berufseinsteiger.

Priorität 3: Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz: BU) gehört zu den freiwilligen Versicherungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie weniger wichtig ist. Das Risiko, tatsächlich im Laufe des Arbeitslebens einmal berufsunfähig zu werden, ist höher als Sie vielleicht denken. Bei Berufseinsteigern ist dieses Risiko mit Abstand am höchsten.

Immerhin hat gerade diese Personengruppe ihr gesamtes Berufsleben noch vor sich. Rein statistisch betrachtet werden 20- bis 30-Jährige mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent berufsunfähig, noch bevor sie das 67. Lebensjahr erreichen. Umso wichtiger ist diese Versicherung zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft.

 

Priorität 4: Private Unfallversicherung

Wenn Sie einen Unfall haben, sind Sie über die gesetzliche Unfallversicherung bestens abgesichert, oder? Da müssen wir Ihnen leider den Wind aus den Segeln nehmen. Die gesetzliche Unfallversicherung ist in Wahrheit ein sehr lückenhaftes Netz. Oder hätten Sie gewusst, dass der gesetzliche Unfallschutz in der Freizeit nicht greift?

Die Versicherung leistet nur während der Arbeitszeit bzw. auf dem direkten Weg dorthin bzw. nach Hause. Auch Kindergartenkinder, Schüler sowie Studierende sind so versichert. Geschieht außerhalb dieser Zeiten ein Unfall mit schweren Folgen, bleiben Sie auf dem Schaden sitzen. Selbstständige, Rentner und Hausfrauen bzw. Hausmänner sind ohne eigenes Zutun im Übrigen auch nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Da die meisten Unfälle in der Freizeit beim Sport oder im Haushalt passieren, ist eine private Unfallversicherung enorm wichtig. Für einen vergleichsweise geringen Versicherungsbeitrag komplettieren Sie mit einer privaten Unfallversicherung Ihren Unfallversicherungsschutz.

Gerade für Berufsanfänger, die zu den besonders aktiven Menschen gehören, ist das Unfallrisiko in der Freizeit besonders hoch. Dementsprechend schwerwiegend können die finanziellen und gesundheitlichen Folgen eines Unfalls auch ausfallen. Informieren Sie sich jetzt über den privaten Unfallschutz von MAXCARE und sichern Sie sich noch heute optimal gegen alle Eventualitäten ab.

Diese Versicherungen können ebenfalls sinnvoll sein

Die vier genannten Versicherung sind für Berufsanfänger die mit Abstand wichtigsten Versicherungen für alle. Abhängig von den persönlichen Lebensumständen kommen weitere Versicherungen hinzu, die sinnvoll sein können. Die Häufigsten möchten wir Ihnen an dieser Stelle vorstellen.

  • Rechtschutzversicherung

Anwalts- und Gerichtskosten können schnell in die Höhe schießen. Auch die Zahl der möglichen juristischen Fälle in unserem Alltag hat in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Allerdings sind Anwaltskosten aufgrund der Tatsache, dass viele Streitigkeiten auch außergerichtlich beigelegt werden, nicht automatisch existenzbedrohend.

Jeder Berufseinsteiger sollte selbst abwägen, ob er oder sie eine Rechtschutzversicherung abschließen möchte oder nicht. In jedem Fall bedenken sollten Sie jedoch, dass in der Regel immer ein Selbstbehalt besteht.

Spar-Tipp: Wer sich gegen spezielle Risiken absichern möchte, kann auch eine Verkehrs- oder Mietrechtschutzversicherung abschließen. 

  • Risikolebensversicherung

Aufgrund geringer Zinsen lohnt sich die klassische kapitalbildende Lebensversicherung kaum noch. Dennoch sollte diese niemals mit der sogenannten Risikolebensversicherung verwechselt werden. Bei der Risikolebensversicherung geht es um die Absicherung des plötzliches Todesfalls.

Davon abgesehen ist keine Auszahlung von Kapitalleistungen möglich. Es handelt sich also um eine tatsächliche Versicherung. Ideal ist eine solche Versicherung für junge Berufseinsteiger, die über eine Familie oder eine noch nicht abgezahlte Immobilie verfügen. Im Fall des plötzlichen Ablebens sichert die Risikolebensversicherung die finanzielle Existenz der Hinterbliebenen oder dient dazu, die noch nicht abgezahlte Immobilie abzulösen.

In der Praxis wird die Risikolebensversicherung häufig mit Immobiliendarlehen kombiniert. Aber auch, wer seine junge Familie optimal abgesichert wissen will, sollte sich über die Risikolebensversicherung informieren. 

  • Zahnzusatzversicherung

Ein strahlendes Lächeln ist mittlerweile ein Schönheitsideal. Aber auch für die Gesundheit ist ein starkes und lückenloses Gebiss essenziell. Dabei erreichen die Kosten für zahnärztliche Behandlungen nicht selten astronomische Höhen. Vor allem dann, wenn es sich um eine Behandlung außerhalb der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen, Zahnersatz oder den Einsatz hochwertiger Materialien handelt.

Nicht selten sind für ein einziges Implantat 1.500 bis 1.800 Euro fällig. Nach Abzug des Regelsatzes der Krankenkassen bleiben die meisten Versicherten auf dem Löwenanteil der Kosten sitzen. Eine private Zahnzusatzversicherung dagegen übernimmt je nach Behandlung und gewähltem Tarif bis zu 100 Prozent der Zahnarztkosten.

Warum sich eine Zahnzusatzversicherung speziell für Berufseinsteiger lohnt? Je früher der Vertrag abgeschlossen wird, desto günstiger ist der Versicherungsbeitrag. Klicken Sie sich jetzt durch das Versicherungsangebot von MAXCARE und finden Sie den für Sie passenden Zahnzusatz-Tarif. 

  • Tierhalterhaftpflichtversicherung

Sie besitzen einen Hund oder spielen mit dem Gedanken, sich einen Vierbeiner zuzulegen? Dann sollten Sie sich ernsthaft Gedanken über eine Tierhalterhaftpflichtversicherung machen. Analog zur Privathaftpflichtversicherung haftet die Versicherung für Schäden, die Ihr Hund einem Dritten zufügt. Werden etwa andere Tiere oder gar Personen verletzt, können die Schadenssummen schnell enorm steigen.

Wer hier keine Tierhalterhaftpflichtversicherung besitzt, muss Schäden aus der eigenen Tasche zahlen. Für Hundehalter ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung in einigen Bundesländern im Übrigen sogar Pflicht. Für Katzen und andere Kleintiere wie Nager und Vögel dagegen benötigen Sie keine zusätzliche Versicherung. Durch diese Kleintiere verursachte Schäden werden in der Regel von der Hausratversicherung getragen.

Fazit – Erst vergleichen, dann unterschreiben

Berufseinsteiger müssen ihre Finanzen besonders genau im Auge behalten. Um hier kein Geld für eine teure Überversicherung zu verschenken, müssen die wirklich notwenigen Versicherungen im Vordergrund stehen. Wählen Sie hier anhand Ihres persönlichen Risikoprofils. Darüber hinaus bietet sich immer ein Versicherungsvergleich ein. Nicht immer ist es sinnvoll und günstiger, ein komplettes Versicherungspaket bei nur einem einzigen Anbieter abzuschließen.

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