Augmentation – Wie der Knochenaufbau für den Zahnersatz funktioniert

Zähne können aus unterschiedlichsten Gründen verlorengehen. Häufig ist mit dem Verlust des eigentlichen Zahns auch der Verlust von Knochensubstanz im Kieferknochen verbunden. Das stellt Zahnärzt:innen vor allem dann vor Probleme, wenn ein stabiler Zahnersatz an die Stelle des verlorenen Zahns treten soll.

Ist der Kieferknochen zu schwach, wird ein Knochenaufbau notwendig, damit ein eingesetztes Implantat sicher hält. Aber wann ist die sogenannte Augmentation wirklich nötig? Welche Verfahren kommen zum Einsatz? Und wie hoch sind die Kosten für Patient:innen? Wir haben die wichtigsten Antworten.

Knochenaufbau

Knochen bestehen zum größten Teil aus kalkhaltiger Substanz. Die Knochensubstanz macht etwa 70 Prozent des Gewichts aus. Hinzu kommt der Gelenkknorpel, der jedoch nicht in allen Knochen vorhanden ist.

Die Knochenhaut bildet die Hülle und ist für die Ernährung und Heilung des Knochens verantwortlich. Das Knochenmark füllt als weiche Substanz die Hohlräume im Knochen aus. Das rote Knochenmark ist für die Blutbildung zuständig, das gelbe Knochenmark ist reines Fettgewebe.

Was ist eine Augmentation und wann ist sie nötig?

In der Zahnmedizin versteht man unter der Augmentation das Wiederherstellen von einmal verlorener oder stark beschädigter Knochensubstanz im Kiefer. Dieser Aufbau erfolgt abhängig von der Methode durch Eigen- oder Fremdmaterial. Als solches zählt die Augmentation durch eine Zahnärztin bzw. einen Zahnarzt zu den chirurgischen Eingriffen, wenngleich unsere Knochen in beschränktem Maß dazu in der Lage sind, sich selbst zu regenerieren.

Diese sogenannte Distraktionsosteogenese ist allerdings nur bei kleineren Defekten möglich. Die Wiederherstellung der Knochensubstanz ist immer dann notwendig, wenn als Zahnersatz ein fest installiertes Implantat zum Einsatz kommen soll. Ist nicht mehr genügend eigene Knochensubstanz vorhanden, hält das eingeschraubte Implantat nicht und kann ausfallen.

Welche Verfahren kommen für die Augmentation infrage?

Früher konnten Zahnärzt:innen dem Knochenschwund nicht viel entgegensetzen. Damit war auch die Verwendung von Zahnersatz nur eingeschränkt möglich. Heute stehen Zahnärzt:innen und Kieferchirurg:innen gleich mehrere Augmentations-Verfahren zur Verfügung. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, hängt in erster Linie nach dem Individuellen Befund ab. Die wichtigsten Verfahren der Augmentation möchten wir Ihnen an dieser Stelle kurz vorstellen:

  • Interner Sinuslift: Hierbei handelt es sich um ein nicht-invasives Verfahren. Dieses kommt dann zur Anwendung, wenn noch vergleichsweise viel Knochensubstanz vorhanden ist, die dennoch nicht für einen nachhaltigen Halt des Implantats ausreicht.
  • Externer Sinusluft: Der externe Sinuslift ist das Gegenstück zum internen Sinuslift. Das invasive Verfahren dient der Behandlung größerer Knochendefekte, um eine Knochenhöhe im Rahmen von mehreren Millimetern aufzubauen.

Sinuslift

Ein Sinus bezeichnet in der Anatomie einen Hohlraum. Der Fachbegriff für die große Nasennebenhöhle lautet Sinus maxillaris. Wenn der Boden dieser Nasennebenhöhle angehoben wird, ist von einem Sinuslift die Rede.

Um die entstandene Lücke in der Kieferhöhlenschleimhaut zu füllen, wird sie mit einem Knochenersatzmaterial ausgekleidet. Dadurch verstärkt sich die Knochenschicht zwischen Mund- und Kieferhöhle.

  • Bone-Spreading-Technik: Bei diesem Verfahren erfolgt der Aufbau des Kieferknochens durch die chirurgische Teilung des Kieferknochens an der zu behandelnden Stelle. Die auseinandergespreizte Stelle im Kiefer wird anschließend mit entsprechendem Aufbaumaterial aufgefüllt.
  • Knochenblockmethode: Die Knochenblockmethode wird von Chirurg:innen dann verwendet, wenn ein zu niedriger oder zu schmaler Kieferknochen vergrößert werden muss. Dazu wird an der betroffenen Stelle Knochensubstanz eingesetzt, die an einer anderen Stelle des Kiefers entnommen wird.
  • Augmentationsplastik: Eine weitere Methode ist die Augmentationsplastik, die vereinfacht gesagt eine operativ-plastische Vergrößerung des Kieferknochens darstellt.

Woher kommt das Knochenmaterial für die Augmentation?

In der Regel kommt bei der Augmentation aus Gründen der Verträglichkeit Eigenmaterial der Patient:innen zur Anwendung. Dieses stammt meist von Knochen wie dem Becken, dem Kinn oder auch aus dem Kiefer selbst. Bevorzugt wird hier etwa Knochenmaterial aus der Region der Weisheitszähne, sodass es zu möglichst keinen weiteren Beeinträchtigungen kommt. Als Alternative kann jedoch auch künstlich hergestelltes Knochenersatzmaterial zum Einsatz kommen, das oftmals mit Wachstumsstoffen versetzt ist und eine hohe Verträglichkeit aufweist.

Knochenersatzmaterial

In der Zahnmedizin ist die Verwendung von Knochenersatzmaterialien zur Füllung von Hohlräumen von großer Bedeutung. Hierbei kommen synthetisch hergestellte Stoffe, Tierknochen und menschliche Ersatzknochen zum Einsatz.

An alle drei Materialtypen werden hohe Anforderungen gestellt. Insbesondere muss die Oberfläche des Füllmaterials das Anhaften von Bindegewebszellen ermöglichen, körpereigene Bindegewebsstammzellen anziehen und ein guter Nährboden für den Knochenneubau sein.

Welche Kosten kommen auf Patient:innen zu?

Datenquelle zur Grafik

Ein nennenswerter Teil stammt hier auch aus den Kosten für Zahnimplantate. In der Regel nicht inbegriffen sind die Kosten für die Augmentation, die pro Zahn meist zwischen 150 und 1.300 Euro liegen. Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht. Mit einer privaten Zahnzusatzversicherung jedoch können Sie auch hier Ihren Geldbeutel entlasten. Informieren Sie sich jetzt über die Tarife der Zahnzusatzversicherung von MAXCARE!