Schnuller sind umstritten

Der Saugeffekt ist bei Babys angeboren. Schon im Mutterleib nuckeln die Ungeborenen am Daumen. Um dieses Bedürfnis zu stillen, kommen nach der Geburt bei den meisten Kindern Schnuller zum Einsatz. Das Saugen wirkt beruhigend, denn dabei werden bestimmte Hormone freigesetzt. Doch mittlerweile sind die Schnuller – oder auch Nuckel genannt – sehr umstritten, da sie langfristig gesehen negative Auswirkungen an den Zähnen und am Kiefer begünstigen können. Insbesondere Zahnärzte und Kieferorthopäden sind gegen Schnuller, da sie damit verschiedene Probleme in Verbindung bringen.

Welche Probleme verursacht ein falscher Schnuller?

Durch herkömmliche Schnuller und Daumenlutschen kommt es bei 60 bis 70 Prozent der Kleinkinder zu Zahnfehlstellungen und Kieferverformungen. Daraus resultieren später teure kieferorthopädische Behandlungen. Schnuller mit runder Zapfenform verursachen einen Druck. Dadurch wird der Gaumen in der Folge nach oben verformt und die Kieferbögen bleiben zu schmal. Daraus können Kiefergelenkstörungen resultieren. Zudem fördern sie einen offenen Biss: Die unteren und oberen Schneidezähne kommen nicht mehr aufeinander und die oberen Schneidezähne stehen nach vorn. Der fehlende Kontakt zwischen dem Ober- und Unterkiefer war durch den Schnuller behindert. Hier ist die mögliche Folge wiederum eine Mundatmung, die mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte und einem Lispeln einhergeht. Aus einem langfristigen Gebrauch kann des Weiteren ein Kreuzbiss resultieren: Hierbei überkreuzen sich die seitlichen Zähne und stehen teilweise vor- oder hintereinander.

Um diese Probleme zu verhindern, sollten Eltern, die nicht gänzlich auf einen Nuckel verzichten möchten oder können, dem Kind einen medizinischen Schnuller geben. Doch auch diese Schnuller beeinflussen, wenn sie zu lange oder zu intensiv genutzt werden, eine negative Entwicklung des Gebisses. Eine zu lange Verwendung des Schnullers fördert außerdem Sprachstörungen, beispielsweise Probleme mit der Aussprache von „s“ oder „z“ oder ein Lispeln. Laut verschiedener Studien soll der Schnuller zudem das Risiko für eine Mittelohrentzündung erhöhen.

Worauf sollte bei der Auswahl des Schnullers geachtet werden?

Der Schnuller sollte aus weichem, flexiblem Latex bestehen. Er ist der Kieferform angepasst. Generell sollte darauf geachtet werden, dass das Material kein Bisphenol A enthält. Der Schadstoff steht im Verdacht, dass er spätere Erkrankungen begünstigen soll. Zu große Saugteile sind ebenso häufige Ursachen für negative Folgen. Umso größer der Schnuller ist, desto erheblicher kann der Schaden sein. Kieferorthopäden kritisieren einen zu dicken und festen Schaft beim Schnuller. Wenn dieser sehr viel Platz beansprucht, entwickelt sich der erwähnte offene Biss. Der Schaft drückt beim Schlucken des Kindes gegen die Schneidezähne. Sie weichen dadurch nach vorn und wandern in der Folge auseinander. Dies fördert Zahnfehlstellungen.

Der Schnuller ist somit im Idealfall flach, klein und flexibel. Er sollte eine quer-oval ausgerichtete Form aufweisen. Dies verringert die Kraftaufwendung auf den Kiefer und das Gebiss. Wenn der Steg des Schnullers dünn und flach ist, müssen sich der Unter- und Oberkiefer nicht zu weit öffnen. Das Risiko für Fehlstellungen wird reduziert. Ein gestufter Schaft ist vorteilhaft, denn er sorgt dafür, dass die Ober-, Unterkieferschneide- und Eckzähne nahe beieinander liegen können. Die Größenangabe des Schnullers bezieht sich auf die Lebensmonate: „Größe 1“ heißt also, dass sich der Schnuller für den ersten Lebensmonat eignet. Für Frühgeborene gibt es spezielle Schnuller. Er sollte übrigens generell nicht in Süßes wie Honig eingetaucht werden, denn dies kann zu Karies führen.

Ab wann sollte der Schnuller dem Kind abgewöhnt werden?

Bis sich ein Kiefer durch die Nutzung eines Schnullers verschiebt, dauert es. Wenn er rechtzeitig abgewöhnt und nicht dauerhaft verwendet wird, müssen sich Eltern kaum Sorgen machen. Ab dem zweiten Lebensjahr sollte das Kind keinen Schnuller mehr verwenden, um Kieferverformungen, Zahnfehlstellungen oder Sprachstörungen zu verhindern. Davor sollte darauf geachtet werden, dass der Nuckel nicht dauerhaft zum Einsatz kommt. Es spricht nichts dagegen, wenn er vielleicht kurzzeitig als Einschlafhilfe dient. Wenn das Kind den Schnuller beispielsweise nur fünf Minuten am Tag verwendet, sind negative Auswirkungen eher unwahrscheinlich. Der Schnuller sollte daher nach einer Weile entfernt, nach dem Einschlafen beispielsweise aus dem Mund gezogen werden. Die Intensität spielt eine entscheidende Rolle. Der Schnuller sollte nicht stets als Erste Hilfe-Maßnahme angesehen werden, wenn das Kind weint oder unruhig ist. Häufig hat das Kind andere Bedürfnisse, beispielsweise Hunger, eine frische Windel oder nach Nähe und Zuwendung. Zum Abgewöhnen sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Als hilfreich hat sich erwiesen, wenn die Schnuller-Zeiten immer mehr begrenzt werden und der Schnuller nicht sichtbar herum liegt. Auch regelmäßiges Loben des Kindes ist sehr förderlich.

Kieferorthopäden sind übrigens der Meinung, dass das Lutschen am Daumen noch viel schädlicher ist als der Schnuller. Der Daumen ist nicht kieferfreundlich geformt. Er drückt noch stärker als ein herkömmlicher Schnuller gegen den Kiefer und die Zähne. Der Oberkiefer wird nach vorn geschoben. Dies behindert den Unterkiefer im Wachstum und fördert Fehlstellungen im Bereich der Zähne und des Kiefers, die nur schwer zu korrigieren sind. Langfristig gesehen ist dies jedoch ebenfalls bei einem Schnuller möglich, der unpassend geformt ist oder dauerhaft zur Verfügung steht. Latex-Schnuller sind gegenüber dem Daumen zu bevorzugen. Grundsätzlich gilt: Je größer der Schnuller ist, desto schwerwiegender sind die möglichen Schäden. Doch ganz gleich, welcher Nuckel verwendet wird – wenn zu lange daran gesaugt wird, werden die eigenen Zähne verdrängt. Dies schadet dem Gebiss nachhaltig.

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