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Unsere Zähne im Porträt – Aufbau und Funktion

 

Unser Gebiss und unsere Zähne im Allgemeinen sind ein cleverer Streich der Evolution. Auch heute sind sie noch ein Spiegelbild der menschlichen Entwicklung über die letzten Jahrmillionen. Trotzdem nehmen wir unsere Kauwerkzeuge mehr oder weniger hin. Große Beachtung schenken wir ihnen nur dann, wenn uns ein scharfer Schmerz durch den Kiefer schießt – dabei sind unsere Zähne sehr interessant. Vor allem, was ihren Aufbau, ihre Entwicklung und die Funktion der einzelnen Zähne angeht. Oder hätten Sie gedacht, dass ins uns modernen Menschen noch viel mehr Urmensch steckt, als wir glauben? Aber fangen wir klein an.

Quelle: Adobe Stock / Proxima Studio

 

04.02.2021

Was sind Zähne überhaupt?

Eigentlich eine triviale Frage, oder? Bei den Zähnen handelt es sich um unsere Mundwerkzeuge, die bei dem einen oder anderen mehr oder weniger gut in Schuss sind. Hauptaufgabe der Kauwerkzeuge ist das Kleinhacken fester Nahrungsbestandteile. Damit bilden sie den mechanischen Teil unseres Verdauungssystems.

Aus diesem Grund müssen die Zähne auch besonders widerstandsfähig und hart sein. Und das sind sie auch. Immerhin ist der an den Kauflächen am dicksten ausgeprägte Zahnschmelz nicht nur deutlich härter als Knochen, sondern gleichzeitig die härteste Substanz im menschlichen Körper. Das ist aber nicht ihre einzige Aufgabe, denn unser Gebiss hilft uns auch bei der Lautbildung. Vor allem „S-Laute“ können wir ohne eine intakte Schneidezahnreihe kaum korrekt bilden.

 


Fun-Fact: Auf der sogenannten Mohs’schen Härteskala (1-10) erreicht der menschliche Zahnschmelz eine 5. Damit liegen sie nur knapp hinter dem Mineral Feldspat (6) und Quarz (7). Mäusezähne erreichen übrigens einen Wert von 9,6 und liegen damit nur knapp hinter Diamant (10).


 

Milchzähne und bleibende Zähne – hier liegen die Unterschiede

Unsere ersten Zähne bekommen wir Menschen im Verlauf des ersten Lebensjahres. Damit beginnt die Umstellung von Flüssignahrung in Form von Milch zu fester Nahrung. Allerdings handelt es sich bei den sogenannten Milchzähnen (lat. dentes decidui) nicht um bleibende Zähne. Bis zur vollen Ausbildung des kindlichen Milchgebisses nach gut zwei Jahren brechen 20 Zähne durch – jeweils fünf auf jeder Seite des Ober- und Unterkiefers.

Unter den Milchzähnen sind jedoch bereits die Anlagen für die bleibenden Zähne des Erwachsenengebisses (lat. dentes permanentes) vorhanden. Diese liegen zwischen den Wurzeln der Milchzähne. Bei den bleibenden Backenzähnen liegen die Keime im Fall des Oberkiefers zum Beispiel etwa im Bereich der hinteren Oberkieferwand. Bis zum Durchbruch wandern die Zähne dementsprechend eine Weile durch den Kiefer.

Der Durchbruch der bleibenden Zähne beginnt etwa ab dem sechsten Lebensjahr. Bis zum zwölften bis dreizehnten Lebensjahr ist schließlich der Durchbruch der bleibenden Backenzähne abgeschlossen. Eine Ausnahme bilden die Weisheitszähne, die in der Regel erst nach dem 20. Lebensjahr oder noch später durchbrechen. Immer mehr Menschen haben jedoch keine Anlagen mehr für Weisheitszähne. Dazu aber später mehr. Unter dem Strich stehen in einem vollständigen Erwachsenengebiss normalerweise 32 Zähne. Darunter acht Schneidezähne, vier Eckzähne und 20 Backenzähne.

Aufbau unserer Zähne – Aller guten Dinge sind 7

Auch wenn sich Backenzähne und Schneidezähne rein optisch nicht wirklich ähneln, sind Aufbau und Zusammensetzung beinahe identisch. Grundsätzlich bestehen unsere Zähne aus drei Bestandteilen (Krone, Hals, Wurzel) und drei Schichten (Schmelz, Bein, Mark) sowie dem Halteapparat.

  • Zahnkrone: Die Zahnkrone (lat. Corona dentis) beschreibt den Teil des Zahns, der aus dem Zahnfleisch herausragt. Da sie beim Kauprozess großen Belastungen ausgesetzt ist, ist sie mit Zahnschmelz umgeben. Ihren Namen hat die Zahnkrone von der gezackten Form der menschlichen Backenzähne. Genau betrachtet ähneln die Höcker der Backenzähne einer Krone.
  • Zahnhals: Der Zahnhals (lat. Cervix dentis) beschreibt den Übergang zwischen der aus dem Zahnfleisch herausragenden Zahnkrone und der Zahnwurzel. Ausgehend von der Krone nimmt die Dicke des Zahnschmelzes entlang des Zahnhalses ab und läuft dort aus. Aus diesem Grund sind die Zahnhälse sehr empfindlich, wenn sie freiliegen.
  • Zahnwurzel: Die Zahnwurzel (lat. Radix dentis) setzt nahtlos am Zahnhals an. Sie besteht großteilig aus von Wurzelzement umgebenem Dentin und verankert den Zahn im Zahnfach des Kiefers. Je nachdem, um welchen Zahn es sich handelt, bildet sich eine unterschiedliche Zahl an Wurzeln aus. Während Schneidezähne und Eckzähne lediglich über eine Wurzel verfügen, haben Backenzähne zwei bis drei Wurzeln.
  • Zahnschmelz: Der Zahnschmelz, der häufig auch Adamantin genannt wird, bildet die äußere Schicht jedes Zahnes und bedeckt die Zahnkrone. Zahnschmelz besteht zu über 95 Prozent aus anorganischen Stoffen wie dem Phosphat Hydroxylapatit. Fun-Fact: Der Schmelzpunkt von Zahnschmelz liegt bei 1.620 Grad Celsius.
  • Zahnbein: Unter dem Zahnschmelz befindet sich das Dentin (auch: Zahnbein). Es macht den größten Masseanteil jedes Zahnes aus und kann anders als der Zahnschmelz durch den Körper durch Mineralisierung repariert und neu gebildet werden.
  • Zahnmark: Geschützt von Dentin befindet sich um den Kern des Zahns das Zahnmark oder auch Zahnpulpa genannt. Sie füllt den inneren Teil der Zahnhöhle aus und besteht aus Nervenfasern, Bindegewebe sowie Lymph- und Blutgefäßen. In der Zahnmedizin unterscheidet man zudem zwischen dem Zahnmark der Krone und der sogenannten Wurzelpulpa in der Zahnwurzel.
  • Zahnhalteapparat: Der Zahnhalteapparat besteht aus dem Zahnfleisch, dem Zahnzement, dem Zahnfach und der Wurzelhaut rund um die Zahnwurzel. Gemeinsam sorgen die Bestandteile dafür, dass der Zahn sicher im Kiefer sitzt. Im Spalt zwischen der Wurzel und dem Zahnfach befinden sich elastische Fasern, die dem Zahn eine flexible Aufhängung verschaffen. Während des Kauens spannen sich die Fasern beispielsweise an und sorgen so dafür, dass sich die Wurzel nicht zu weit in den Kieferknochen eindrückt.

Unsere Zähne und ihre Aufgaben

Nachdem wir uns mit dem Aufbau unserer Zähne beschäftigt haben, schauen wir uns unsere Zahntypen an. Immerhin verraten diese noch heute viel über die Vergangenheit des Menschen.

Schneidezähne – Ohne die „Schaufelzähne“ geht gar nichts

Der Mensch verfügt sowohl im Unterkiefer als auch im Oberkiefer über jeweils vier Schneidezähne (lat. dens incisivus), die im Volksmund häufig auch „Schaufelzähne“ genannt werden. Diesen Namen haben die Schneidezähne dadurch, dass sie eine flache, schaufelförmige Gestalt aufweisen. Typischerweise sind die Schneidezähne des Unterkiefers deutlich kleiner als jene des Oberkiefers. Zudem besteht ein signifikanter Größenunterschied zwischen den äußeren und inneren Schneidezähnen im Oberkiefer.

Die scharfe Schneidkante macht die Schneidezähne ideal zum Abbeißen von Nahrungsbestandteilen. Zum Kauen sind sie aufgrund der fehlenden Kaufläche dagegen nicht geeignet. Bei Kindern und Jugendlichen weisen die Schneidkanten noch eine charakteristische Einkerbung auf. Im Erwachsenengebiss sind die Einkerbungen an den Zähnen durch die Abnutzung nicht mehr vorhanden.

In der modernen Kultur haben Schneidezähne nicht nur funktionale Aufgaben. Sie haben auch eine ästhetische Wirkung, da sie beim Sprechen und Lächeln in der Regel deutlich zu sehen sind. Während helle und gerade Zähne heute als Schönheitsideal gelten, sah dies zu früheren Zeiten anders aus. Zur Zeit der Wikinger bearbeiteten die Menschen in Skandinavien ihre Frontzähne häufig durch Beschleifen und das Hinzufügen blauer Einlassungen.

Eckzähne – In jedem Mensch steckt ein Stück Raubtier

Unsere Eckzähne befinden sich direkt vor den kleinen „Vorderbackenzähnen“. Ihren Namen haben die „Eckzähne“ durch ihre Positionierung in einem Bereich, in dem der Kiefer einen Bogen macht. Die vier Eckzähne sind nicht nur die größten Frontzähne, sondern verfügen auch über die mit Abstand längste Wurzel. Zudem sind die Wurzeln leicht gekrümmt, was zusätzlich der Verankerung dient.

Im Vergleich zu unseren Schneidezähnen verfügen unsere Eckzähne über eine markante Spitze mit zwei Schneidkanten. Auf der funktionalen Ebene dienen die Eckzähne zum Festhalten bzw. zum Zerreißen von festeren Nahrungsbestandteilen. Insgesamt handelt es sich um die stärksten Zähne im menschlichen Gebiss, die nicht zu Unrecht den lateinischen Namen „dens caninus“ tragen.

Ihr Ursprung liegt in Zeiten, in denen der Mensch Nahrung noch nicht garen konnte und beispielsweise Fleisch noch – wie ein Wolf – zerreißen musste. Durch das Aufkommen von Garverfahren und die Nutzung von Bestecken hat sich die Größe der menschlichen Schneidezähne im Laufe der vergangenen 100.000 Jahre verringert. Unser Gebiss ist damit ein eindeutiges Spiegelbild der Evolutionsgeschichte des Menschen.

Backenzähne – Unsere Mahlwerke

Während die Schneidezähne auf das „Schneiden“ und die Eckzähne auf das Festhalten spezialisiert sind, dienen die Backenzähne dem Zermahlen. Dementsprechend verfügen die Backenzähne über eine breite Kaufläche, die mit Höckern und Furchen gespickt ist. Damit das Zermahlen der Nahrung optimal funktioniert, muss beim Kauen ein Kontakt zu den Gegenzähnen im gegenüberliegenden Kiefer bestehen.

Gemeinsam mit dem Speichel entsteht durch die Kaubewegung so der praktisch vorverdaute Nahrungsbrei. Gleichzeitig sorgen die Backenzähne dafür, dass sich der Kaudruck über die gesamte Zahnreihe verteilt, sodass die Frontzähne nicht überlastet werden. Gleichzeitig sind die Backenzähne über bis zu drei Wurzeln besonders fest im Kiefer verankert.

Der erste bleibende Backenzahn (Prämolar) außerhalb des Milchgebisses bricht etwa zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr durch. Der zweite Prämolar folgt zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr. Die großen Molaren zeigen sich bis zum 14. Lebensjahr. Bis die sogenannten Weisheitszähne durchbrechen, dauert es länger. Meist findet dieser Prozess über mehrere Jahre hinweg zwischen dem 17. und 30. Lebensjahr statt. In vielen Fällen erfolgt der Durchbruch aber auch erst mit 40 oder gar nicht.

 


Fun-Fact: In Europa haben aktuell nur noch 80 Prozent aller Erwachsenen eine Anlage für Weisheitszähne. Dieses Phänomen ist eine Folge der in den vergangenen Jahrtausenden schrumpfenden Kiefer. Mehr zum Sinn von Weisheitszähnen und wann die Zähne heraus müssen, erfahren Sie in unserem Artikel Warum haben wir Weisheitszähne und wann müssen sie raus?


 

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