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Ist Zahnschmuck schädlich für die Zähne?

Welche Arten gibt es?

Schmuck gehört zur Menschheitsgeschichte dazu, wie die Nutzung des Feuers und die Entwicklung einer sesshaften Kultur. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um Ketten, Ringe oder Tätowierungen. Mittlerweile erfreut sich auch der Zahnschmuck als Ausdruck der Individualität großer Beliebtheit. Dieses Phänomen ist nicht neu, denn schon in der Antike schmückten viele Völker ihre Zähne mit Zahnschmuck.

Aber wussten Sie, dass sogar eine für uns heute unverzichtbare Technologie ihren Namen von einem frühmittelalterlichen Zahnschmuck hat? Was dahinter steckt, welche Arten von Zahnschmuck es gibt und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Welche Arten gibt es?

Harald Blauzahn und der Zahnschmuck der Wikinger

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Wikinger denken? Höchstwahrscheinlich eine Horde mit Fell behangener und die Axt schwingender Männer, die plündern und brandschatzen, oder? Tatsächlich wissen wir jedoch bereits seit einigen Jahrzehnten, dass die Nordmänner schon vor über 1.000 Jahren recht feinsinnig waren.

Sie hatten in modischer Hinsicht sogar einen Hang zu Stil und Extravaganz. Tatsächlich sind die Skandinavier, zumindest was den Zahnschmuck angeht, die mittelalterlichen Vorreiter unserer modernen Gesellschaft. Auf mehreren Friedhöfen entdeckten Forscher zahlreiche Skelette von jung verstorbenen Männern, deren Frontzähne kunstvoll mit Gravuren im Zahnschmelz verziert waren. Einige dieser Gravuren waren in charakteristischem Blau gefärbt.

Dass diese Art von Zahnschmuck bei den Nordmännern bis in höchste Kreise verbreitet war, zeigen die Namen einiger berühmter Vertreter. So etwas hat Harald Blauzahn seinen Namen ebenfalls seinem Zahnschmuck zu verdanken. Und sie ahnen es vielleicht schon: Unser moderner Datenübertragungsstandard hat seinen Namen „Bluetooth“ von eben jenem Harald Blauzahn. Nicht umsonst ist das Symbol eine altnordische Rune.

Welche Arten von Zahnschmuck gibt es heute?

Sowohl in Südamerika als auch im Norden Europas sowie in Teilen Asiens ist Zahnschmuck schon seit Jahrhunderten verbreitet. Heute ist die Auswahl größer denn je. Umso mehr lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Möglichkeiten. Diese reichen von temporärem Zahnschmuck bis hin zu sehr dauerhaften Varianten.

Darüber hinaus unterscheiden sich die diversen Zahnverzierungen anhand ihres Einflusses auf die gesunde Zahnsubstanz. Dementsprechend kommen all diese Optionen mit eigenen Vorteilen, Nachteilen sowie Risiken daher. Werfen wir also einen Blick auf die verbreitetsten Arten von Zahnschmuck:

Twinkles – Glitzersteinchen für Ihr Lächeln

Sie haben es sicher schon aus dem Mund des einen oder anderen Mitmenschen funkeln sehen. In der Regel handelt es sich dabei um sogenannte Twinkles. Dabei handelt es sich um kleine Strass-Steinchen, die dauerhaft auf den Zahn aufgeklebt werden.

Diese sind allerdings keine Erscheinung der Neuzeit. Schon im frühen 17. Jahrhundert leistete sich der Adel diese Art von Zahnschmuck. Damals allerdings bestand er noch aus bleihaltigem Glasfluss. Heute enthalten Twinkles selbstverständlich kein Blei mehr.

Zudem sind sie in verschiedensten Farben und Formen erhältlich. Der Clou – beim Anbringen muss der Zahnschmelz nicht mechanisch beschädigt werden. Die Befestigung erfolgt über einen Spezialkleber, nachdem die Klebestelle zuvor mit einer Lösung angeraut wurde.

Dazzler – Goldige Verzierung im Mund

Gold ist seit Jahrtausenden das Statussymbol schlechthin. Wen wundert es da, dass es auch in Sachen Zahnschmuck heute noch eine große Rolle spielt? Eine Variante, mit der Sie sich ein goldenes Lächeln zulegen können, sind sogenannte Dazzlers. Dabei handelt es sich um nichts weiter als eine hauchdünne Goldfolie.

Diese Goldfolie wird durch den Zahnarzt nach dem Anrauen der Zahnoberfläche mit einem Spezialkleber befestigt. Was die Varianten angeht, reicht das Spektrum von kleinen Symbolen wie Sternen, Herzen oder geometrischen Symbolen bis hin zu komplett mit Goldfolie verblendeten Frontzähnen. Auch für diesen Zahnschmuck muss die Zahnsubstanz nicht durch Löcher oder Furchen geschädigt werden.

Zahncaps – Statussymbol nicht nur für Rapper

Die Rap- und Hip-Hop-Szene ist für so manche modische Entgleisung bekannt. Neben Baggy-Pants und schief sitzenden Basecaps sind insbesondere US-Künstler mit sogenannten Zahncaps aufgefallen. Durch ihre Beliebtheit insbesondere in der Rap-Szene sind die Zahncaps auch als Rap-Caps bekannt.

Wie der Name es bereits andeutet, verbergen sich dahinter kleine Zahnkappen aus Metall, mit denen in der Regel nur einzelne Zähne überblendet werden – meist die Schneidezähne, seltener die Eckzähne. Als Materialien kommen sowohl Gold und Silber aber auch Platin zum Einsatz. Durch Ihre Größe unterscheiden Sie sich von den ebenfalls in der Szene beliebten Grillz.

Grillz – Die exzentrische Lösung

Wenn Zahncaps die Light-Variante sind, dann sind Grillz die Special Extended Edition des extravaganten Zahnschmucks. Ganz gleich, ob Eazy-E oder Nelly. Zahlreiche Rapper schmücken sich mit funkelnden Grillz.

Hierbei handelt es sich um Metallkappen, die nicht nur einen Zahn überblenden, sondern gleich eine ganze Zahnreihe von Schneidezähnen – oftmals samt Eckzähnen. Häufig bestehen die Grillz aus Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin.

Das ist zumeist aber nur die Basis, denn die meisten Grillz sind mit Edelsteinen besetzt oder kunstvollen Schriftzügen verziert. Das Besondere an Grillz ist die Handhabung. Hierbei handelt es sich um einen Zahnschmuck, der mit Hilfe eines Negativabdrucks der Zähne hergestellt wird. Damit lassen sich die Grillz wie ein Zahnersatz perfekt anpassen.

Da sie ebenso zu handhaben sind und das natürliche Gebiss nicht schädigen, ist dieser Zahnschmuck zwar extravagant aber zumindest nicht zahnschädlich. Allerdings müssen Grillz ebenso wie loser Zahnersatz gründlich gereinigt und gepflegt werden.

Zahn-Tattoos – Temporäre Bildchen für die Zähne

Wer zum Tätowierer geht, der trifft in der Regel eine Entscheidung fürs Leben. Denn Tinte, die unter die Haut geht, die bleibt dort meist auch ein Leben lang. Bei Zahn-Tattoos sieht es ein wenig anders aus.

Unter den Oberbegriff Zahn-Tattoos fallen kleine Miniaturbilder in Farbe oder Black & Grey. Diese werden nach Wunsch wie Kinder-Tattoos auf die Zahnoberfläche aufgeklebt. Dort haften sie für einige Tage und fallen danach rückstandslos ab. Den Namen Tattoo hat zumindest diese Variante nicht wirklich verdient.

Dafür schaden sie auch den Zähnen nicht. Allerdings gibt es eine deutlich dauerhaftere Option. Dabei wird ein Motiv mit Spezialfarbe auf eine künstliche Zahnkrone aufgemalt. Diese Krone befestigt der Zahnarzt schließlich auf dem natürlichen Zahn. Das Problem: für diesen Zahnschmuck muss der darunter liegende Zahn vorbereitet und somit beschädigt werden.

Skyces – Das besondere Funkeln auf den Zähnen

Während der meiste Zahnschmuck den gesunden Zahnschmelz nicht schädigt, stellt das Anbringen von Skyces einen solchen Eingriff dar. Skyces sind eine etwas dauerhaftere Alternative zu Twinkles. Anders als dort, werden die aus Zirkonia, Kristallglas oder Diamanten bestehenden Steinchen durch die Verbindung aus einem kleinen Loch im Zahnschmelz sowie einem Spezialklebstoff am Zahn befestigt.

Alternativ ist auch das Anbringen an einer Krone möglich. Häufig werden Skyces auch an den besonders empfindlichen Zahnhälsen angebracht. Im Umkehrschluss ist die Zahnpflege durch die Beschädigung des gesunden Zahnmaterials umso wichtiger. Mindestens dreimal am Tag Zähneputzen ist daher Pflicht.

Diese Risiken bestehen bei Zahnschmuck

Für viele Zahnschmuck-Varianten muss der Zahn vorbereitet werden. Im mildesten Fall durch das Aufrauen der Oberfläche mit einer Säure – im heftigsten Fall durch den Abtrag gesunder Zahnsubstanz zugunsten einer künstlichen Krone. Entsprechend risikobehaftet ist so mancher Zahnschmuck für die langfristige Zahngesundheit.

Durch das Anschleifen und Anbohren des schützenden Zahnschmelzes fällt Keimen und Bakterien das Eindringen deutlich leichter. Damit ist Zahnerkrankungen wie Karies speziell bei nachlässiger Zahnpflege Tür und Tor geöffnet. Wird der Zahnschmuck hingegen ohne physische Beeinträchtigung auf den Zahnschmelz geklebt, ist das Risiko für Zahnschädigungen wesentlich geringer.

Aber auch das Zahnfleisch kann durch das regelmäßige Tragen von Zahnschmuck stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Das gilt in erster Linie für losen Zahnschmuck wie Grillz. Sowohl beim Tragen selbst als auch beim Einsetzen und Entfernen wirken hohe Kräfte, die eine gewisse Verletzungsgefahr mit sich bringen. Auch können sich in den Ritzen zwischen dem Schmuckmetall und der Zahnsubstanz Erreger festsetzen, die Entzündungen sowie Parodontitis begünstigen.

Was kostet Zahnschmuck und wer trägt die Kosten?

Wenn es um die Zähne geht, steigen die Kosten schnell in astronomische Höhen. In Sachen Zahnschmuck gibt es da jedoch einen Lichtblick, denn die Kosten erreichen hier ein breites Spektrum „von – bis“. Zahnschmuck eignet sich so für nahezu jeden Geldbeutel. Während einfache Zahn-Tattoos zum Aufkleben für wenige Euro zu haben sind, gehen dauerhaftere Varianten etwas mehr ins Geld.

Abhängig von der Region, in der Sie leben, liegen beispielsweise die Kosten für das reine Einsetzen eines Twinkles oder Skyces zwischen 50 und 120 Euro. Die großen Kostenpunkte entstehen in erster Linie durch die verwendeten Materialien. Einfache Strass-Steine sind bereits für etwa 20 Euro zu haben.

Echte Edelsteine sind dagegen deutlich teurer. Kommen zudem Edelmetalle wie Silber, Gold und Platin zum Einsatz, sieht der Zahnschmuck nicht nur besonders extravagant aus, sondern wird auch kostspielig. Grillz, die auch noch in einem Zahnlabor speziell an die Zahnanatomie angepasst werden, schlagen leicht mit mehreren Tausend Euro zu Buche.

Da es sich bei Zahnschmuck um eine rein kosmetische Angelegenheit handelt, übernimmt weder die private noch die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten. Maximal die Kostenübernahme für eine vorherige professionelle Zahnreinigung ist drin. Insbesondere bei kosmetischen Maßnahmen, bei denen ein gesunder Zahn geschädigt wird, wäre die Kostenübernahme seitens der Krankenversicherung auch sehr fraglich.

Do-it-yourself-Zahnschmuck – Gute Idee oder Finger weg?

Vielen Sparfüchsen sind selbst einige Euro für das Anbringen von Glitzersteinchen zu kostspielig. Wen wundert es da, dass auf dem Markt bereits Do-it-Yourself-Kits erhältlich sind? Aus professioneller Sicht ist vom eigenhändigen Anbringen von Zahnsteinchen allerdings dringend abzuraten.

Nicht etwa, weil das Anbringen handwerklich zu kompliziert wäre. Es geht vielmehr darum, dass in jedem Fall professionelle Materialien zum Einsatz kommen und stets ein Versicherungsschutz bei Fehlern besteht. Zudem gibt es weitere Gründe, die gegen Do-it-Yourself-Kits sprechen:

  • In einigen Sets (insbesondere aus Fernost) ist zum Teil nicht zertifizierter Klebstoff enthalten. Von Experimenten mit Sekundenkleber sollten Sie ebenfalls die Finger lassen. Geeignete Klebstoffe gibt es lediglich beim Zahnarzt.
  • Auch das Aufbringen in Eigenregie birgt selbst mit den richtigen Materialien Risiken. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass Klebstoff an falsche Stellen gerät oder Sie ein Steinchen verschlucken. In der Zahnarztpraxis funktioniert das unter professionellen Bedingungen deutlich risikoärmer.
  • Berücksichtigen Sie bitte, dass Sie Zahnschmuck nur auf völlig gesunden Zähnen anbringen sollten. Ist der Zahnschmelz bereits vorgeschädigt, kann er durch das eigenmächtige Herumdoktern zusätzlichen Schaden nehmen. Können Sie eine solche Diagnose selbst stellen? Eben, genau deshalb gehört das Anbringen von Zahnschmuck in professionelle Hände.
  • Wird Zahnschmuck nicht durch einen Profi angebracht, besteht durch Hohlräume, unsaubere Übergänge und undichte Klebestellen eine enorme Kariesgefahr.

So beugen Sie Zahnschäden durch Zahnschmuck vor

Bei richtiger Pflege können Sie Zahnschmuck auch langfristig tragen. Die Basis ist mehrfach tägliches Zähneputzen, insbesondere im Bereich des Zahnschmucks. Denn gerade dort lagert sich an den unregelmäßigen Oberflächen vermehrt Plaque ab. Weiterhin sollten Sie Ihre Zahnzwischenräume mit Hilfe von Zahnseide oder Interdental-Sticks reinigen.

Auch eine professionelle Zahnreinigung darf hier nicht fehlen. Diese dient sowohl dem Säubern schwer zugänglicher Stellen als auch der Betrachtung der Zahnsubstanz durch den Zahnarzt. So kann dieser gleich feststellen, ob der Zahnschmuck die Zahnsubstanz nicht doch schädigt und zeitnah entfernt werden sollte.

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