Zirkonoxid-Implantate

Alles über den metallfreien Zahnersatz aus Keramik

Zahnimplantate aus hochwertigem Titan haben sich bereits seit mehreren Jahrzehnten als großer Glücksfall für die Zahnmedizin erwiesen. Nichtsdestotrotz führten auch Titanimplantate noch häufig zu Problemen.

Aus diesem Grund rücken alternative Materialien wie Keramik aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten immer weiter in den Fokus. Einer der vielversprechendsten Kandidaten ist Zirkonoxid. Erfahren Sie mehr über die bioverträgliche Alternative zu Titan, ihre individuellen Vor- und Nachteile sowie die Kosten eines Zirkonoxid-Implantats.

Bildquelle: Adobe Stock / Pixel-Shot

10.03.2022

Was ist Zirkonoxid?

Zirkonoxid ist ein keramischer Werkstoff, der in vielen Bereichen zur Anwendung kommt. Im Vergleich zu anderen keramischen Werkstoffen zeichnet sich Zirkonoxid (ZrO2) unter anderem durch eine hohe Wärmedehnungsfähigkeit aus. Auch die hohe Resistenz gegen die Ausbreitung von Rissen ist ein großer Vorteil des Werkstoffs.

Parallel besitzt das Material eine geringe Wärmeleitfähigkeit bei einer gleichzeitig hohen Festigkeit. Hinzu kommt die hohe Leitfähigkeit der Sauerstoffionen. Diese beinahe einmalige Kombination aus Eigenschaften macht das Zirkonoxid zu einem optimalen Ausgangsmaterial für die Produktion von Kronen, Brücken und Implantaten in der Dentalindustrie.

Zirkonoxid ist Titan häufig deutlich überlegen

Die genannten Materialeigenschaften von Zirkonoxid machen das Material mit verschiedenen metallischen Werkstoffen vergleichbar. In einigen Kategorien ist die Keramik Titan als Material deutlich überlegen. Das betrifft in erster Linie die Verträglichkeit des Zahnersatzes.

Denn, ganz gleich ob Brücke, Krone oder verschraubtes Implantat: Eine allergische Reaktion auf den Zahnersatz ist für Patient:innen häufig mit großen Beschwerden und unter dem Strich hohen Kosten verbunden. Titan etwa ist dafür bekannt, in einigen Fällen allergische Reaktionen hervorzurufen und Wechselwirkungen mit anderen Dentalwerkstoffen einzugehen. Darüber hinaus führt der Einsatz von Titan oftmals zu Temperaturempfindlichkeit im Bereich des Zahnersatzes sowie zu einem metallischen Geschmack im Mund.

Im Hinblick auf die Temperaturempfindlichkeit hat Zirkonoxid aufgrund der minimalen Wärmeleitfähigkeit einen enormen Vorteil. Zudem ist Zirkonoxid metallfrei. Das spricht für ein Höchstmaß an biologischer Verträglichkeit. Auch Allergien gegen Dentalprodukte aus Zirkonoxid sind bisher noch nicht bekannt. Aus diesen Gründen eignen sich Zirkonoxid-Produkte auch für Menschen mit immunologischen oder chronischen Erkrankungen.

Schnellere Regeneration des Weichgewebes und weniger Plaque

Ein weiterer großer Vorteil von Zirkonoxid gegenüber Titan ergibt sich aus der Materialoberfläche. Diese ist so beschaffen, dass sich dort kaum bakterielle Anhaftungen absetzen können. Man könnte damit von Plaque-abweisenden Eigenschaften sprechen.

Das reduziert das Risiko von Gewebeentzündungen, die gerade bei Implantaten auftreten können. Das ist wichtig, denn immerhin kann die sogenannte Periimplantitis nicht nur den Halt des Implantates beeinträchtigen, sondern sogar zum Totalverlust führen.

Gleichzeitig scheint die Regeneration des Weichgewebes (Zahnfleisch) rund um die Implantationsstelle mit Zirkonoxid-Implantaten besser zu funktionieren. So können sich auch die Zahnpapillen besser erholen, sodass sich diese wieder fester an den Zahnersatz anlagern können. Insbesondere in Kombination mit einer Vollkeramikkrone sind sie so den Titanimplantaten überlegen.

Zahnästhetik steht im Vordergrund

Die Entscheidung für einen Zahnersatz ist keine rein funktionelle Entscheidung. Auch die Zahnästhetik spielt eine tragende Rolle. Deutlich überlegen präsentiert sich Zirkonoxid auch hier. Das liegt schlicht daran, dass das Material anders als Metall weiß bis elfenbeinfarben ausfällt.

Wird Titan eingesetzt, schimmert das dunkle Metall oftmals durch das Zahnfleisch oder etwaige Kronen durch. Speziell im Bereich der Frontzähne fällt dies sehr ins Auge. Patient:innen, die großen Wert auf maximale Ästhetik und Natürlichkeit legen, sind daher mit einem unauffälligen Zirkonoxid-Implantat (häufig in der eigenen Zahnfarbe) am besten bedient.

Vor- und Nachteile von Zirkonoxid-Implantaten auf einen Blick

Zirkonoxid hat zahlreiche Vorteile für die Verwendung in der Zahnmedizin. Demgegenüber stehen allerdings auch einige Nachteile, die bei allen Vorzügen nicht unter den Tisch fallen dürfen. Dementsprechend sollte das Für und Wider immer abgewogen werden:

Vorteile von Zirkonoxid Nachteile von Zirkonoxid
  •  Es besteht eine 100-prozentige Biokompatibilität.
  • Derzeit sind keine allergischen Reaktionen auf Zirkonoxid bekannt.
  • Das Material scheint nicht durch und ist daher eine ästhetische Lösung für den Frontzahnbereich.
  • Durch die geringere Plaque-Anlagerung
    sinktdas Risiko für Zahnfleischentzündungen.
  • Bei einem einteiligen Implantat mindert
    sich das Risiko von Entzündungen.
  • Im Vergleich zu anderen Dental-
    materialien ergibt sich eine deutlich
    höhere Biegestabilität.
  • Zirkonoxid ist besonders widerstands-
    fähig gegen Basen und Säuren.
  • Die Einheilung in das Weichgewebe funktioniert zuverlässig.
  • Es gibt anders als bei Titanimplantaten keine Langzeiterfahrungen mit der Alterung der Implantate.
  • Auch die langfristige Stabilität zweiteiliger Implantate ist noch nicht ausreichend erforscht.
  • Es ist eine unbelastete Einheilung in das Gewebe notwendig, sodass die Implantate während der Einheilphase länger nur wenig belastet werden sollten.
  • In Sachen Knocheneinheilung ist die Geschwindigkeit geringer als bei Titan.
  • Bei einteiligen Implantaten ist eine spätere Achsenkorrektur nicht mehr möglich.
  • Die Kosten für die Herstellung und den Einsatz sind höher als bei vergleichbaren Titanimplantaten.

Kosten und Kostenübernahme für Zirkonoxidimplantate

Rational betrachtet birgt der Einsatz von Zirkonoxid als Material für Zahnersatz und Zahnimplantate große Vorteile. Gerade in ästhetischer Hinsicht und was die Wärmeempfindlichkeit der Implantate angeht, ist die Überlegenheit gegenüber metallischem Zahnersatz wie Titan groß.

Das Problem liegt zumindest momentan noch auf der Kostenseite. Ein Blick auf die Entwicklung der Ausgaben für Zahnersatz der gesetzlichen Krankenversicherungen seit 2005 zeigt bereits, dass die Kosten massiv angestiegen sind.

Zahlenquelle

Allerdings ist auch der Zahnersatz, unter anderem durch neue Materialien, immer hochwertiger geworden. In diesen Trend reiht sich auch der Zahnersatz aus Zirkonoxid ein. Während ein Titanimplantat für einen Seitenzahn etwa zwischen 2.800 und 3.700 Euro liegt, sind es beim gleichen Implantat aus Zirkonoxid rund 3.300 bis 4.800 Euro. Noch teurer wird es bei Frontzähnen. Gut 3.200 bis 4.700 Euro bei Titan stehen ca. 3.700 bis 5.200 Euro bei Zirkonoxidimplantaten gegenüber.

Leider übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nicht mehr als einen Bruchteil der Kosten. Mit einer guten Zahnzusatzversicherung können Sie Ihren Eigenanteil jedoch massiv reduzieren. Informieren Sie sich jetzt über die leistungsstarken Tarife der Zahnzusatzversicherung von MAXCARE und schonen Sie Ihren Geldbeutel trotz optimalem Zahnersatz.

 

 

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