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Bleaching zu Hause

Ein gefährlicher Trend für die Zähne

Strahlend weiße Zähne sind mittlerweile so etwas wie ein Schönheitsideal geworden. Was früher der dicke Bizeps oder die große Brust war, ist heute ein strahlendes Lächeln. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach Bleaching-Anwendungen beim Zahnarzt explodiert. Aber nicht nur den professionellen Zahnaufhellern rennen die Menschen die Bude ein.

Auch Produkte für die Heimanwendung gehen weg wie warme Semmeln – unter anderem befeuert von bekannten Influencern auf YouTube, Instagram und Co. Dieser Trend bereitet Zahnmedizinern Sorge.

Bild: Andrey Popov – Adobe Stock

30.12.2020

Do-it-yourself-Bleaching – ein gefährlicher YouTube-Trend

Was früher Stars und Sternchen waren, sind heute die Influencer der sozialen Medien. Im Vergleich zu früher hat sich jedoch einiges geändert. Vor allem, was die Werbekommunikation angeht. Während das Zielpublikum „echte“ Werbung der Stars mittlerweile längst als solche enttarnt, wirken Influencer häufig so vertrauenswürdig und familiär, dass Werbebotschaften nicht als solche auffallen.

Die Folge: Insbesondere jüngere Konsumenten kaufen schneller auch zweifelhafte Produkte oder tun Dinge, die eigentlich in die Hände von Profis gehören. Speziell auf der Videoplattform YouTube haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Influencer für Do-it-yourself-Bleaching-Produkte geworben. Dieser Trend ist gefährlich, denn beim Zahn-Bleaching kommen Chemikalien zum Einsatz, die bei falscher Anwendung zu nachhaltigen Zahnschädigungen führen können.

Worum geht es hier eigentlich?

Nun ja, der Markt ist voll mit Produkten, die eine deutliche Zahnaufhellung versprechen. Aber hätten Sie gewusst, dass nur die wenigsten dieser Produkte für die Heimanwendung überhaupt einen nennenswerten Aufhellungseffekt mitbringen? Nein? Dann wissen Sie es jetzt und sparen sich damit eine Menge Geld. Produkte wie schwarze Aufhellungszahncremes mit Aktivkohle oder mechanischen Putzpartikeln bringen in Sachen Whitening nicht viel.

Beide Produktvarianten hinterlassen die Zähne meist zwar deutlich sauberer als konventionelle Zahncremes. Heller machen sie die Zähne jedoch nicht. Das liegt daran, dass die natürliche Farbe unserer Zähne vorbestimmt ist. Genau genommen ist es das Dentin, das durch den Zahnschmelz schimmert.

Der eine hat also von Natur aus weiße Zähne. Die Zahnfarbe des anderen erinnert dagegen bereits von Natur aus an Elfenbein. So mancher würde natürliche dunkle Farbnuancen bereits als „gelbe Zähne“ bezeichnen. Aus diesem falschen Verständnis der Zahnfarbe heraus, greifen immer mehr Menschen zu Aufhellungsprodukten.

Schlechtes Vorbild USA?

Allerdings sind für die wirkliche Zahnaufhellung Bleichmittel wie Wasserstoffperoxid nötig. Spätestens nach einigen Fehlversuchen greifen sie vor lauter Enttäuschung zu „echten“ Bleaching-Produkten. Diese stammen in der Regel aus den USA, wo gänzlich andere Regularien gelten. In den Vereinigten Staaten ist man beispielsweise gemeinhin großzügiger bei Zusätzen.

Dort ist etwa das Trinkwasser bereits mit Fluor versetzt, das wichtig für die Zahngesundheit ist. Auch in vielen Zahnpasten stecken jenseits des Atlantiks bereits bis zu 18 Prozent Wasserstoffperoxid. In Europa wäre das undenkbar. Schließlich können die Zahnpasten schnell falsch angewendet werden. Also, um es kurz zu machen: Wer weiße Zähne möchte, muss auf Chemie zurückgreifen. Und das ist gerade ohne Hintergrundwissen nur mit Hilfe von Dr. Internet gefährlich.

Vorsicht bei Bleaching-Strips aus der Drogerie

Hierzulande gibt es beinahe nur eine einzige Methode, mit der Sie Ihre Zahnfarbe in Eigenregie wirklich weißer bekommen. Dabei handelt es sich um die häufig beworbenen Bleaching-Strips aus der Apotheke. Die Funktionsweise dieser Strips ist relativ einfach. Die Streifen sind mit einer Lösung getränkt, die den Wirkstoff Wasserstoffperoxid enthält. Diese kleben Sie einfach auf ihre Zahnreihe und warten, bis der Aufhellungseffekt eintritt.

Während einige Produkte eine sofort sichtbare Aufhellung versprechen, setzen anderen Hersteller auf einen Schritt-für-Schritt-Aufhellung über mehrere Tage bzw. Wochen. Der Unterschied zwischen den Produkten liegt meist lediglich in der Wasserstoffperoxid-Konzentration der Strips. Mit Hilfe der bebilderten Anleitung sind die Streifen dann auch fix auf den Zähnen platziert. Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist das Aufbringen der Streifen auf der Zahnreihe eine regelrechte Fummel-Arbeit.

Hellen die Produkte für den Heimgebrauch dann wenigstens die Zähne auf?

Grundsätzlich funktioniert das Aufhellen der Zähne mit den Whitening-Strips – es steckt schließlich ein potentes Bleichmittel darin. Bei richtiger Anwendung können die Zähne durchaus heller werden. Warum wir so vage bleiben? Ganz einfach, weil die Qualität der Produkte schwankt. Einige enthalten schlicht zu geringe Mengen des Wirkstoffs.

Das häufigste Problem für unterschiedlich gute Ergebnisse der Produkte liegt häufig aber auf der Anwenderseite. Sitzen die Streifen etwa nicht richtig, kann es zu Fleckenbildung kommen. Ebenfalls ärgerlich: Auch die Lagerung beeinflusst die Wirksamkeit der Whitening-Strips. Sowohl die Umgebungstemperatur als auch eine lange Lagerdauer können die Wirksamkeit negativ beeinflussen.

Ebenfalls wichtig: Selbst, wenn ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird, ist dieses in der Regel nicht von Dauer. Nach wenigen Wochen ist häufig schon kaum mehr ein Unterschied zu vorher zu sehen.

 

Achtung: Ein häufiger Fehler ist die Mehrfachverwendung der Strips. Diese geben ihren Wirkstoff direkt an die Zähne ab. Mehrfach verwendbar sind diese also nicht. Dementsprechend hat die Anzahl der vom Hersteller in einer Verpackungseinheit verpackten Bleaching-Strips definitiv ihren Sinn.

Vorsicht: Schäden für Zähne und Zahnfleisch möglich

Richtig angewendet können hochqualitative Bleaching-Strips für zu Hause zumindest kurzfristig einen zufriedenstellenden Effekt mit sich bringen. Aus zahnärztlicher Sicht ist jedoch eine schwergewichtige Warnung angebracht. Schließlich wird der Zahnschmelz durch die enthaltenen Stoffe angegriffen. Wie stark die Schädigung ist und bis zu welchem Punkt eine Beeinträchtigung noch vertretbar ist, kann ein Laie nicht einschätzen.

 

Besonders gefährlich ist die unkontrollierte Anwendung, wenn bereits kleine Zahnschäden wie Risse oder Absplitterungen bestehen. Solche Schäden müssen zuvor zwingend zahnärztlich ausgebessert werden, um nachhaltige Zahnschäden zu verhindern.

Durch das Do-it-yourself-Bleaching können aber nicht nur Zahnschäden entstehen. Auch das Zahnfleisch kann durch das aggressive Wasserstoffperoxid Schaden nehmen. Vor allem dann, wenn die Bleaching-Strips sich nicht genau an die Zähne anpassen. Zahnfleischentzündungen, Schmerzempfindlichkeit und eine Weißfärbung des Zahnfleischs sind keine Seltenheit.

Gibt es bessere Alternativen zum Do-it-yourself-Bleaching?

Rein medizinisch betrachtet ist es am besten, die Zähne gar nicht erst aggressiven Bleichmitteln auszusetzen. Insofern ist Bleaching alles andere als gut für die langfristige Zahngesundheit. Wenn es denn schon unbedingt eine Aufhellung der Zahnfarbe sein muss, dann sollten Sie diese Prozedur fachmännisch in einer Zahnarztpraxis vornehmen lassen.

Besonders erprobt ist das sogenannte In-Office-Bleaching. Im ersten Schritt erfolgt dabei eine umfassende Diagnostik des Zahnbestands. So können eventuell notwendige Zahnbehandlungen und Reparaturen noch vor dem Bleaching vorgenommen werden. Zudem nimmt der Zahnarzt vor dem eigentlichen Bleaching eine professionelle Zahnreinigung vor.

Im nächsten Schritt erfolgt das eigentliche Bleaching. Der große Unterschied besteht in der individuellen Konzentration des Bleaching-Mittels. Somit ist es möglich, einen bestimmten Wunschfarbton zu erreichen. In Fällen, in denen eine ungesund hohe Konzentration notwendig wäre, um etwa eine dunkle Naturzahnfarbe schneeweiß zu bekommen, raten gute Zahnmediziner zudem von einer solchen Maßnahme ab. In der Regel ist die gewünschte Zahnfarbe nach einer – maximal aber zwei – Sitzungen erreicht.

Gleichzeitig ist das Ergebnis des In-Office-Bleachings deutlich länger haltbar und birgt ein geringeres Risiko für Zahnschäden. Um auch Verletzungen des Zahnfleischs weitestgehend auszuschließen, bringen Zahnärzte bei der Behandlung zudem häufig ein schützendes Gel auf. Das ist in Eigenregie vor dem Badezimmerspiegel schlicht nicht möglich.

Do-it-yourself-Bleaching ist kein Spaß

Gerade wenn es um Ihre Zähne geht, sollten Sie von Experimenten mit Produkten aus dem Internet oder der Drogerie Abstand nehmen. Leider regenerieren sich die meisten Schädigungen nämlich nicht, sondern sind dauerhaft. Jedenfalls dann, wenn sie nicht aufwendig und für viel Geld durch einen Zahnarzt behoben werden. Falsche Sparsamkeit und zu hohe Erwartungen können also ein teures Problem werden.

Wir können Ihnen daher nur dazu raten, sich mit Ihrer natürlichen Zahnfarbe anzufreunden. Das ist definitiv der gesündere Weg. Wenn es aber unbedingt schneeweiße Zähne á la Hollywood sein sollen, dann führt kein Weg am Zahnarzt vorbei. Seien Sie sich aber dessen bewusst, dass eine Zahnaufhellung nicht für jeden infrage kommt. Grundvoraussetzung sind gesunde Zähne und ein intaktes Zahnfleisch.

Andernfalls können die Bleichmittel in das Innere der Zähne gelangen und dort schwere Entzündungen verursachen. Seien Sie sich aber dessen bewusst, dass ein Bleaching die Zähne nur für drei bis vier Jahre heller macht. Die Behandlung muss also definitiv wiederholt werden. Hier gilt: Je mehr Kaffee oder Rotwein Sie trinken oder je mehr Sie rauchen, desto kürzer ist der Effekt.

 

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