Augmentation

Wie der Knochenaufbau für den Zahnersatz funktioniert

 

Zähne können aus unterschiedlichsten Gründen verlorengehen. Häufig ist mit dem Verlust des eigentlichen Zahns auch der Verlust von Knochensubstanz im Kieferknochen verbunden. Das stellt Zahnärzt:innen vor allem dann vor Probleme, wenn ein stabiler Zahnersatz an die Stelle des verlorenen Zahns treten soll.

Ist der Kieferknochen zu schwach, wird ein Knochenaufbau notwendig, damit ein eingesetztes Implantat sicher hält. Aber wann ist die sogenannte Augmentation wirklich nötig? Welche Verfahren kommen zum Einsatz? Und wie hoch sind die Kosten für Patient:innen? Wir haben die wichtigsten Antworten.

Bildquelle: Adobe Stock / deagreez

18.05.2022

Was ist eine Augmentation und wann ist sie nötig?

In der Zahnmedizin versteht man unter der Augmentation das Wiederherstellen von einmal verlorener oder stark beschädigter Knochensubstanz im Kiefer. Dieser Aufbau erfolgt abhängig von der Methode durch Eigen- oder Fremdmaterial. Als solches zählt die Augmentation durch eine Zahnärztin bzw. einen Zahnarzt zu den chirurgischen Eingriffen, wenngleich unsere Knochen in beschränktem Maß dazu in der Lage sind, sich selbst zu regenerieren.

Diese sogenannte Distraktionsosteogenese ist allerdings nur bei kleineren Defekten möglich. Die Wiederherstellung der Knochensubstanz ist immer dann notwendig, wenn als Zahnersatz ein fest installiertes Implantat zum Einsatz kommen soll. Ist nicht mehr genügend eigene Knochensubstanz vorhanden, hält das eingeschraubte Implantat nicht und kann ausfallen.

Ursachen für Knochenverlust im Kieferknochen

Sind viele Zähne im Mundraum gezogen, kann der Knochenabbau fortschreiten, wodurch der Halt und damit auch der Erhalt weiterer Zähne gefährdet ist. Warum ist das so? Ganz einfach: Die Stabilität des Knochengewebes ergibt sich durch die Wechseldruckbelastung beim Kauen und Beißen.

Wird der Kieferknochen etwa durch fehlende Zähne nicht belastet, baut er sich ab. Auch schlecht sitzender Zahnersatz kann eine solche mechanische Ursache für den Knochenverlust im Kieferknochen sein.

Neben den mechanischen Ursachen, die einen Großteil der Fälle des Knochenverlusts ausmachen, kommen auch entzündliche Ursachen infrage. Allem voran stehen Erkrankungen wie Zahnfleischentzündungen und Parodontitis, die den Halt von Zähnen und damit auch die Knochensubstanz langfristig gefährden.

Zudem können auch lokale Entzündungen im Kieferknochen selbst (Osteomyelitis) den Knochenschwund begünstigen. Weitere Mögliche Ursachen bzw. Risikofaktoren sind eine generelle Neigung zur Osteoporose oder das Entstehen aggressiver Kieferzysten.

Welche Verfahren kommen für die Augmentation infrage?

Früher konnten Zahnärzt:innen dem Knochenschwund nicht viel entgegensetzen. Damit war auch die Verwendung von Zahnersatz nur eingeschränkt möglich. Heute stehen Zahnärzt:innen und Kieferchirurg:innen gleich mehrere Augmentations-Verfahren zur Verfügung. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, hängt in erster Linie nach dem Individuellen Befund ab. Die wichtigsten Verfahren der Augmentation möchten wir Ihnen an dieser Stelle kurz vorstellen:

  • Interner Sinuslift: Hierbei handelt es sich um ein nicht-invasives Verfahren. Dieses kommt dann zur Anwendung, wenn noch vergleichsweise viel Knochensubstanz vorhanden ist, die dennoch nicht für einen nachhaltigen Halt des Implantats ausreicht.
  • Externer Sinusluft: Der externe Sinuslift ist das Gegenstück zum internen Sinuslift. Das invasive Verfahren dient der Behandlung größerer Knochendefekte, um eine Knochenhöhe im Rahmen von mehreren Millimetern aufzubauen.
  • Bone-Spreading-Technik: Bei diesem Verfahren erfolgt der Aufbau des Kieferknochens durch die chirurgische Teilung des Kieferknochens an der zu behandelnden Stelle. Die auseinandergespreizte Stelle im Kiefer wird anschließend mit entsprechendem Aufbaumaterial aufgefüllt.
  • Knochenblockmethode: Die Knochenblockmethode wird von Chirurg:innen dann verwendet, wenn ein zu niedriger oder zu schmaler Kieferknochen vergrößert werden muss. Dazu wird an der betroffenen Stelle Knochensubstanz eingesetzt, die an einer anderen Stelle des Kiefers entnommen wird.
  • Augmentationsplastik: Eine weitere Methode ist die Augmentationsplastik, die vereinfacht gesagt eine operativ-plastische Vergrößerung des Kieferknochens darstellt.

Woher kommt das Knochenmaterial für die Augmentation?

In der Regel kommt bei der Augmentation aus Gründen der Verträglichkeit Eigenmaterial der Patient:innen zur Anwendung. Dieses stammt meist von Knochen wie dem Becken, dem Kinn oder auch aus dem Kiefer selbst. Bevorzugt wird hier etwa Knochenmaterial aus der Region der Weisheitszähne, sodass es zu möglichst keinen weiteren Beeinträchtigungen kommt. Als Alternative kann jedoch auch künstlich hergestelltes Knochenersatzmaterial zum Einsatz kommen, das oftmals mit Wachstumsstoffen versetzt ist und eine hohe Verträglichkeit aufweist.

Welche Kosten kommen auf Patient:innen zu?

Ein Blick auf die Datenlage in der gesetzlichen Krankenversicherung ist eindeutig: Die Ausgaben der GKV für Zahnersatz sind hierzulande zwischen 2005 und 2020 massiv gestiegen. Gaben die Versicherer 2005 noch 2,43 Milliarden Euro jährlich aus, lagen die Ausgaben 2020 schon bei 3,31 Milliarden Euro.

 

Zahlenquelle

Ein nennenswerter Teil stammt hier auch aus den Kosten für Zahnimplantate. In der Regel nicht inbegriffen sind die Kosten für die Augmentation, die pro Zahn meist zwischen 150 und 1.300 Euro liegen. Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht. Mit einer privaten Zahnzusatzversicherung jedoch können Sie auch hier Ihren Geldbeutel entlasten. Informieren Sie sich jetzt über die Tarife der Zahnzusatzversicherung von MAXCARE!

 

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