So pflegen Sie Implantate richtig

 

Der modernen Zahnmedizin sei Dank können wir bis ins hohe Alter starke Zähne und ein strahlendes Lächeln behalten. Möglich machen dies hochentwickelte Implantate, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn die natürlichen Zähne nicht mehr erhalten werden können.

Doch auch bei Zahnimplantaten ist die Mundhygiene ebenso wichtig wie bei unseren natürlichen Zähnen, um Infektionen und Erkrankungen wie Parodontitis zu vermeiden. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Implantate optimal pflegen, was Sie dazu benötigen und worauf Sie achten sollten.

 

Bildquelle: Adobe Stock  / Seventyfour

01.07.2021

Darum ist die Mundhygiene bei Implantaten noch wichtiger

Ein gesunder Mundraum, in dem noch alle natürlichen Zähne vorhanden sind, macht Bakterien und anderen Erregern bei guter Mundhygiene das Leben schwer. Bei Implantaten ist die Pflege jedoch noch wichtiger. Anders als bei einem gesunden Zahn bieten diese mehr Angriffsfläche. Das liegt daran, dass zwischen dem Implantat und dem Zahnfleisch ein minimaler Spalt liegt. In diesen Spalt, der bei gesunden Zähnen nicht vorhanden ist, können Bakterien und andere Keime besonders leicht eindringen.

Die Folge können Entzündungen des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats sein. Letzteres wiederum gefährdet auch die Implantate. Immerhin reagiert der Organismus bei schweren Infektionen beispielsweise mit dem Abbau des Kieferknochens, um die Erreger loszuwerden. In der Folge lockern sich die Implantate. In einigen Fällen kann es sogar zu einer krankhaften Veränderung des Zahngewebes (Periimplantitis) kommen.

Entzündungen im Mundraum vorbeugen

Auch wenn die Implantate weniger gefährdet sind als die „natürlichen Zähne“ sollten Sie alles dafür tun, um Entzündungen im Mundraum zu verhindern. Um das zu gewährleisten, bietet sich eine Kombination verschiedener Maßnahmen an. Im Fokus zur Vorbeugung einer Implantatentzündung steht ein gesundes Zahnfleisch.

Achten Sie bei der Implantatpflege dementsprechend besonders darauf, dass das Zahnfleisch nicht durch Zahnseide und Co. verletzt wird. Immerhin sind die Schleimhäute ohnehin schon empfindlicher, sodass schon kleine Verletzungen beim Reinigen der Zahnzwischenräume unangenehme Folgen haben können.

10 Tipps für eine optimale Implantatpflege

Implantate mögen zwar Hightech der Zahnmedizin sein. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass deren Pflege Raketenwissenschaft ist. Mit den folgenden Tipps sorgen Sie für eine optimale Mundhygiene, halten Ihre Implantate sauber und reduzieren das Risiko für Entzündungen und Erkrankungen im Mundraum.

  1. Putzen Sie mindestens zwei Minuten Ihre Zähne

Um eine ausreichende Reinigungswirkung zu erzielen, muss jeder Zahn (auch jedes Implantat) von allen drei erreichbaren Seiten gereinigt werden. Dafür benötigen Sie mindestens zwei Minuten. Wer gewissenhaft jede Ecke erwischen möchte, nimmt sich noch ein bis zwei zusätzliche Minuten.

  1. Mundreinigung mindestens zweimal täglich

Seit unserer Kindheit sollte eigentlich klar sein, dass sowohl morgens als auch abends einmal die Zahnpflege ansteht. Gerade bei Implantaten und dem entsprechend empfindlichen Zahnfleisch sollten zwei Durchgänge das Minimum sein. Besser noch ist die Mundpflege nach jeder Mahlzeit, sodass sich erst gar nichts in den Zahnzwischenräumen und eventuell vorhandenen Zahnfleischtaschen absetzen kann.

  1. Nutzen Sie eine elektrische Zahnbürste

Studien zeigen, dass eine elektrische Zahnbürste bis zu siebenmal mehr Plaque entfernt als eine Handzahnbürste. Das liegt nicht etwa daran, dass die elektrische Variante generell siebenmal besser ist. Vielmehr erleichtert sie das Putzen und macht auch verwinkelte Ecken und schlecht erreichbare Zahnflächen erreichbar.

  1. Verwenden Sie die Handzahnbürste richtig

Alternativ können Sie auch die gute alte Handzahnbürste verwenden. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie jeden Winkel Ihrer Zähne und Implantate treffen. Als Mindestputzdauer können Sie sich an der 3-Minuten-Marke orientieren. Verwenden Sie beim Putzen mit der Handzahnbürste außerdem die KAI-Technik. Diese gibt die Reihenfolge der zu reinigenden Zahnflächen vor: Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche.

  1. Es kommt auf den richtigen Bürstenkopf an

Grundsätzlich gilt: Ein kleiner Bürstenkopf ist sowohl bei Handzahnbürsten als auch bei elektrischen Zahnbürsten immer besser als ein zu großer Kopf. Speziell, wenn es darum geht, die Zwischenräumen zwischen Zähnen und Implantat zu treffen, sind kleine Bürstenköpfe im Vorteil. Zudem erlauben Sie beim Putzen mehr Freiraum, um auch die weiter hinten im Mund gelegenen Backenzähne gewissenhaft zu reinigen. Ebenfalls wichtig: Verwenden Sie bei vorhandenen Implantaten nach Möglichkeit Bürstenköpfe mit weichen Borsten. Diese schonen das ohnehin bereits empfindliche Zahnfleisch und senken das Verletzungsrisiko.

  1. Nutzen Sie einen Zungenschaber

Die Zunge ist mit ihren Vertiefungen ein idealer Tummelplatz für Bakterien und andere Erreger, die Ihr Zahnfleisch angreifen können. Zu einer gründlichen Mundhygiene gehört daher auch die Reinigung der Zunge, zum Beispiel mittels eines Zungenschabers oder einer kleinen Zungenbürste.

  1. Reinigen Sie Ihre Zahnzwischenräume

Gerade bei Implantaten ist die Reinigung der Zahnzwischenräume von besonders großer Bedeutung. Hier ist das Zahnfleisch meist am empfindlichsten. Verwenden Sie am besten einmal täglich Zahnseide oder geeignete Zahnseide-Sticks. Achtung: Arbeiten Sie nur mit leichtem Druck, um die Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch zu minimieren. Für größere Lücken sind Interdentalbürsten ebenfalls sehr nützlich.

  1. Drücken Sie nicht zu fest auf

Festes Drücken ist weder bei der Reinigung der natürlichen Zähne noch beim Säubern Ihrer Implantate nötig. Zu hoher Druck führt auch bei Implantaten zu einem unnötig erhöhten Verschleiß. Zudem steigt parallel die Gefahr von Zahnfleischreizungen. Im schlimmsten Fall kann so das Zahnfleisch dauerhaft zurückgehen, sodass sich auch die Implantate lockern können. Minimaler Druck reicht für eine optimale Reinigungsleistung völlig aus.

  1. Verwenden Sie eine geeignete Mundspülung

Eine antibakterielle Mundspülung ist ein nützliches Werkzeug, um hartnäckigen Bakterien zu Leibe zu rücken. Bakterien etwa, die sich in schlecht erreichbaren Winkeln oder Zahnfleischtaschen tummeln. Achten Sie beim Kauf jedoch darauf, dass die Mundspülung nicht zu aggressiv ist.

  1. Reinigen von Brücken und Stegkonstruktionen

Verfügen Sie über Brücken und Stegkonstruktionen, müssen auch diese regelmäßig gewissenhaft gereinigt werden. Ideal geeignet sind auch hier feine Interdentalbürsten oder die klassische Zahnseide. Um eine bessere Reinigungswirkung bei herausnehmbarem Zahnersatz zu erzielen, sollte dieser für die Reinigung immer aus dem Mund entnommen werden.

Professionell vorbeugen lohnt sich

Die Pflege von natürlichen Zähnen und Implantaten müssen Sie selbstverständlich nicht allein vornehmen. Auch Ihr Zahnarzt bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Zähne und Implantate fachgerecht zu reinigen. Mit einer Ultraschallbehandlung etwa entfernt der Zahnmediziner Beläge und Zahnstein von den Implantaten. Daraufhin werden die Zahnfleischtaschen mit einem Wasserstrahl und feinen Bürsten fachgerechnet gereinigt.

Abgerundet wird die Zahn- und Implantatpflege durch eine keimabtötende Chlorhexidin-Spülung und die abschließende Politur. Letztere soll verhindern, dass sich neue Beläge zu leicht ablagern können. Und das Beste: Die Zahnzusatzversicherung von MAXCARE unterstützt Sie mit einem jährlichen Zuschuss von bis zu 200 Euro für Ihre Zahn- und Implantat-Prophylaxe. Informieren Sie sich jetzt über unsere starken Tarife!

 

 

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