Andere wiederum übertreiben es mit der Zahnhygiene und schaden damit ihren Zähnen zusätzlich. Lesen Sie, worauf Sie beim Zähneputzen achten müssen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Darum ist Zähneputzen so wichtig

Aktuelle Studien der AXA-Versicherung und der Universität Witten/Herdecke lassen aufhorchen. Demnach putzen rund 57 Prozent der Deutschen ihre Zähne nicht so, wie es Zahnärzte aktuell empfehlen. Und das hat Folgen: Denn auch wenn die Zahngesundheit in den vergangenen Jahrzehnten deutlich besser geworden ist, besitzt nur rund ein Prozent aller Volljährigen hierzulande ein vollständig kariesfreies Gebiss.

Neben Karies sind auch andere Problematiken wie Zahnstein, durch Plaque bedingter Mundgeruch und Parodontitis weit verbreitet. Die Kombination aus einer säure- und zuckerhaltigen Ernährung und einer nicht optimalen Mundhygiene öffnet Zahn- und Mundraumerkrankungen Tür und Tor. Und diese sind im Zweifelsfall nicht nur schmerzhaft, sondern gehen durch notwendige Behandlungen und Zahnersatz auch ins Geld.

Wann Zahnpflege besonders wichtig ist

Das Zähneputzen ist für jedermann wichtig. Gerade bei Schwangeren nimmt die korrekte Zahnpflege aber einen noch höheren Stellenwert ein. An der alten Weisheit „jedes Kind kostet einen Zahn“ ist nämlich definitiv etwas dran. Durch die Veränderungen des Hormonspiegels während der Schwangerschaft kommt es zu Veränderungen des Zahnfleischs.

Dieses lockert sich und wird stärker durchblutet. Damit können Parodontitis-Bakterien deutlich leichter Eindringen und Schaden anrichten. Aus medizinischer Sicht können die Bakterien auch zur Gefahr für das ungeborene Kind werden. Ein Argument mehr für eine gründliche Zahnhygiene.

Neben Schwangeren sollten aber auch Patienten, die über Füllungen, Inlays oder Kronen verfügen, verstärkt auf die Zahnhygiene achten. Die Übergänge zwischen Zahnersatz bzw. Füllung und natürlichem Zahnschmelz sind hervorragende Angriffspunkte für schädliche Bakterien.

Wie oft und wie lange muss ich meine Zähne putzen?

Beim Zähneputzen kommt es in erster Linie auf die Gründlichkeit und nicht auf die Häufigkeit an. Zahnärzte empfehlen mittlerweile, mindestens zweimal täglich die Zähne zu schrubben. Einmal jeweils morgens und abends. Die abendliche Putzsession ist in ihrer Bedeutung sogar noch wichtiger als das Putzen am Morgen.

Der Grund ist einfach: Über den Tag hinweg wird Plaque durch das Durchspülen des Mundes oder das Kauen harter Nahrung teilweise entfernt. Über die Nacht dagegen haben Bakterien über durchschnittlich acht Stunden besonders leichtes Spiel.

Gerade abends aus Faulheit das Zähneputzen zu vergessen ist damit fatal. In puncto Putzzeit gilt auch: Qualität geht vor Quantität. Drei bis vier Minuten reichen bei sieben bis acht Sekunden Putzzeit pro Zahn aus. Längeres Schrubben entfernt nicht mehr Plaque, sondern erhöht das Risiko für Zahnfleischverletzungen und Zahnschmelzverschleiß.

Elektrisch oder manuell – Was ist besser?

Richtig angewendet reinigen manuelle und elektrische Zahnbürsten gleich gut. Dass elektrische Zahnbürsten also per se besser sind als Handzahnbürsten, ist nicht korrekt. Natürlich hören Sie zwischen den Zeilen das große „Aber“. Korrekt, denn mit einer elektrischen Zahnbürste tun sich die meisten Menschen bei der gleichmäßigen Reinigung ihrer Zähne leichter.

Das liegt schlicht am kleineren, rotierenden Bürstenkopf. Im Vergleich zum klassischen „Schrubben“ lassen sich Plaque-Reste so deutlich komfortabler entfernen. Für welche Variante Sie sich entscheiden, bleibt aber Ihren Vorlieben überlassen. Wichtig ist lediglich, dass die Zahnbürste Ihrer Wahl drei Kriterien erfüllt:

  1. Ergonomischer Griff: Durch einen ergonomischen Griff haben Sie immer die volle Kontrolle über die Zahnbürste. In Kombination mit der richtigen Putztechnik können Sie Ihre Zähne so optimal reinigen.
  2. Möglichst kleiner Bürstenkopf: Um alle Zahnoberflächen und Spalten ohne großen Druck zu erreichen, benötigt eine Zahnbürste einen möglichst kleinen Bürstenkopf. Gerade im Bereich der hinteren Backenzähne macht sich die „Manövrierfähigkeit“ bezahlt.
  3. Weiche, dichte Borsten: Zum Entfernen von Zahnbelag benötigen Sie keine Zahnbürste mit der Charakteristik einer Drahtbürste. Dichte, weiche Borsten reichen völlig aus. Mit wenigen drahtigen Borsten reizen Sie lediglich Ihr Zahnfleisch und schädigen den Zahnschmelz.

Putzen Sie immer nach System

Wie bereits angesprochen, nutzt Ihnen die beste Zahnbürste nichts ohne ein vernünftiges und gewissenhaftes Putzsystem. Routine ist auch beim Zähneputzen Trumpf und dem planlosen Herumschrubben deutlich überleben. Zu den bekanntesten und effektivsten Putzsystemen gehört das KAI-System. „KAI“ steht für „Kaufläche“, „Außenseite“, „Innenseite“ und funktioniert folgendermaßen:

Putzen nach dem KAI-Schema

    • Schritt 1 (Kauflächen): Putzen Sie die Kauflächen der Zähne mit wenig Druck durch leichtes Hin- und Herbürsten. Beginnen Sie dabei beispielsweise rechts oben und arbeiten Sie sich über links oben zum Unterkiefer vor. Auch hier beginnen Sie ganz systematisch auf der rechten Seite.

 

    • Schritt 2 (Außenflächen): Stellen Sie die Schneidezähne so aufeinander, dass Sie alle Außenflächen bis hin zu den hinteren Backenzähnen mit der Zahnbürste erreichen können. Setzen Sie die Zahnbürste etwa im 45-Grad-Winkel am jeweils hinteren Backenzahn an.Putzen Sie nun in langsamen, kreisenden Bewegungen mit wenig Druck über die Außenseiten Ihrer Zähne, bis Sie an den Backenzähnen der linken Kieferseite angekommen sind. Durch das Schrägstellen der Bürste erreichen Sie, dass Sie auch die Beläge erwischen, die sich im Randbereich des Zahnfleischs festsetzen. Zudem wirkt die leichte Stimulation des Zahnfleischs wie eine sanfte Massage.

 

    • Schritt 3 (Innenflächen): Um die Innenflächen der Zähne korrekt zu reinigen, setzten Sie die Zahnbürste auch hier leicht angewinkelt an. Arbeiten Sie sich vom rechten oberen Backenzahn zum linken oberen Backenzahn vor. Putzen Sie dabei in streichenden Bewegungen von „rot-zu-weiß“, vom Zahnfleisch zum Zahnschmelz. Wiederholen Sie den Vorgang nun mit dem Unterkiefer.

 

    • Schritt 4: Spucken Sie die Zahnpasta aus. Aber spülen Sie den Mund nicht direkt mit Wasser durch. Andernfalls kann das in der Zahnpasta enthaltene Fluorid seine schützende Wirkung nicht vollständig entfalten.

 

Tipp: Wechseln Sie beim Putzen die Hand

Hätten Sie gewusst, dass sich die Tatsache, ob Sie Links- oder Rechtshänder sind, auf Ihre Mundhygiene auswirkt? Tatsächlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Qualität der Zahnpflege und der dominanten Hand. Wechseln Sie beim Seitenwechsel im Kiefer auch die Hand für ein optimales Putzergebnis. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit sollte das kein Problem sein.

Diese Fehler sollten Sie beim Zähneputzen vermeiden

  • Zähne horizontal schrubben: Horizontales Schrubben der Zähne ist keine effektive Putztechnik, da die Zwischenräume und der Übergangsbereich zwischen Zahn und Zahnfleisch nicht vernünftig von Plaque befreit werden. Zudem belastet das Schrubben den Zahnschmelz und das Zahnfleisch.

 

  • Mit zu viel Druck putzen: Wer seine Zähne mit zu starkem Druck putzt, schädigt auf Dauer seinen Zahnschmelz und macht die Zähne schmerzempfindlicher. Gut 100 bis 130 Gramm Druck reichen völlig aus. Mit Hilfe einer Küchenwaage können Sie ausprobieren, wie wenig Druck beim Zähneputzen tatsächlich notwendig ist.

 

  • Eine abgenutzte Zahnbürste verwenden: Eine abgenutzte Zahnbürste ist nicht nur eine Keimschleuder, sondern reinigt durch die verbogenen Borsten nicht mehr optimal. Zudem reizen die abstehenden Borsten das Zahnfleisch. Nach spätestens drei Monaten ist es an der Zeit für eine neue Zahnbürste bzw. einen neuen Bürstenkopf.

 

  • Die Zunge vergessen: Mit ihren Furchen und Rillen ist die Zunge ein Paradies für Bakterien. Regelmäßiges Säubern der Zunge mit einem Zungenschaber schafft Abhilfe.

 

  • Die Zahnzwischenräume vergessen: Zahnbelag, der sich in den Zahnzwischenräumen ansammelt, lässt sich nicht immer mit der Zahnbürste entfernen. Verwenden Sie regelmäßig Zahnseide oder eine Interdentalbürste, um die Zahnzwischenräume zu putzen.

 

  • Nicht sichtbare Stellen nicht gewissenhaft reinigen: Gerade, wenn es einmal wieder schnell gehen muss, reinigen viele Menschen nur die sichtbaren Zähne gründlich. An den nicht sichtbaren Zähnen dagegen sammelt sich der Zahnbelag. Das langfristige Resultat: Zahnstein, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen und Co.

 

  • Direkt nach dem Essen die Zähne putzen: Direkt nach dem Essen die Zähne zu putzen ist keine gute Idee. Häufig sind die Zähne durch Säuren aus Lebensmitteln wie Essig, Obst oder Getränken wie Wein, Cola und Fruchtsäften noch angegriffen. Wer den Zahnschmelz jetzt noch mit der Zahnbürste traktiert, trägt zum vorzeitigen Verschleiß der Zähne bei. Spülen Sie nach dem Essen mit klarem Wasser nach und warten Sie mindestens eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen.
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