Winziger Chip, große Wirkung

Vitalparameter wie Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung lassen sich mittlerweile recht einfach und automatisiert zuhause überwachen. Mit der automatischen Analyse unserer Nahrung und der verzehrten Kalorien hat das bisher aber noch nicht funktioniert. Ingenieure der Tufts University möchten dies mit ihrem Mikrochip nun ändern. Der nur etwa 2 x 2 mm große Chip wird direkt auf einen Zahn aufgeklebt und soll so langfristig alles analysieren, was durch unseren Mund wandert.

Was der Ernährungs-Chip kann

Eine der drei Schichten des Chips ist dazu in der Lage, bestimmte Stoffe zu analysieren, die bei der Nahrungsaufnahme in den Mund gelangen. Aktuell sind das laut Informationen des Blogs der Tufts University Salz, Glukose und Alkohol. Diese Information wird von den beiden äußeren aus Gold bestehenden Schichten an ein mobiles Endgerät gesendet. Die Kommunikation selbst funktioniert über Radiofrequenzwellen.

Allerdings ist der „Zahn-Chip“ zurzeit nicht mehr als ein Forschungsprojekt. Immerhin kann der Chip zwar erkennen, dass diese Substanzen aufgenommen wurden, aber nicht in welcher Menge. Von einer detaillierten Auswertung, die exakte Aussagen über Kaloriengehalt, Nährstoffverteilung, Zuckeranteil und Alkoholaufnahme macht, sind die Ingenieure noch weit entfernt. Allerdings sollen künftige Generation des Zahn-Gadgets zumindest weitere Stoffe identifizieren können.

Sinn und Unsinn des Zahn-Chips

Der Gedanke hinter einem solchen Chip ist gar nicht so abwegig. Als Hilfsmittel zur Ernährungsanalyse wäre ein solches Gerät vor allem in der Diätbranche oder im medizinischen Bereich unbestechlich. Damit könnte das Gerät nicht nur Menschen beim Abnehmen helfen, sondern auch bei der Überwachung der Alkohol-, Salz- und Nikotinaufnahme unterstützen. Genau aus diesen Punkten heraus ergeben sich allerdings auch einige Kontra-Argumente.

Allem voran die Frage nach der Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit. Es ist schließlich eine Sache, das Vorhandensein eines Stoffes im Mund nachzuweisen. Die Bestimmung der korrekten Konzentration dagegen ist schon etwas ganz anderes. Bis das Ganze nicht zu 100 Prozent funktioniert ist der praktische Nutzen damit gleich null.

Welcher Nutzer ergibt sich für die Zahngesundheit?

Der Zahn-Chip bietet aber nicht nur im Bereich der Ernährung Potenzial. Auch unsere Zähne können durch Stoffe, die sich in unserem Mund befinden, Schaden nehmen. Ein weiterentwickelter Chip, der etwa das Vorhandensein von Phosphorsäure aus Softdrinks oder von Fruchtsäuren erkennt, könnte eine Warnung an das Smartphone schicken, dass aktuell kein guter Augenblick zum Zähneputzen ist.

 

Ebenfalls möglich: Der Zahn-Chip kommuniziert gleich mit einer intelligenten Zahnbürste und „sperrt“ diese so lange, bis die Säuren im Mund neutralisiert sind. Darüber hinaus könnte eine Folgeversion des Chips auch den pH-Wert oder die Zuckerkonzentration im Mundraum messen, sodass Nutzer möglichst zeitnah Schutzmaßnahmen für ihre Zähne ergreifen können. Sie sehen, in der Theorie ist vieles denkbar.

Fortschrittlich oder Unselbstständigkeit 2.0

Technische Lösungen sind eine tolle Sache. Allerdings bergen Geräte wie der Zahn-Chip eine Menge Sprengstoff. Allem voran der Verlust der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, der bereits jetzt an vielen Stellen schon viel zu groß ist. Zu verstehen, wie eine gesunde Ernährung funktioniert und das Ganze bewusst umzusetzen ist definitiv besser, als alles an elektronische Geräte abzugeben.

Hinzu kommt die Frage nach der Behandlung der Daten. Diese landen immerhin auf irgendeinem Server und geben tatsächlich intimste Daten des Nutzers Preis. In einer nicht allzu fernen Zukunft könnte Sie Ihre Krankenversicherung dann per Push-Nachricht beinahe in Echtzeit darüber informieren, dass ihnen Ihre Liebe für guten Rotwein missfällt oder Ihnen gleich einen höheren Beitrag aufgrund Ihres Zuckerkonsums im letzten Monat aufbrummt.

Eine schöne neue Welt, die sich die Ingenieure an der Tufts University da ausgedacht haben. Ob sich eine Entwicklung wie der Ernährungs-Chip als fortschrittlicher Segen für die (Zahn-) Medizin oder als gängelndes Überwachungsinstrument erweist, hängt davon ab, wie wir solche Geräte künftig betrachten und verwenden.

 

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